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Bundesanwaltschaft klagt mutmaßlichen Taliban-Elitekämpfer Thomas K. an

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den vor etwa einem halben Jahr in Afghanistan gefassten mutmaßlichen deutschen Taliban-Elitekämpfer Thomas K. erhoben.

Afghanische Sicherheitskräfte mit gefangenen Taliban

Afghanische Sicherheitskräfte mit gefangenen Taliban

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den vor etwa einem halben Jahr in Afghanistan gefassten mutmaßlichen deutschen Taliban-Elitekämpfer Thomas K. erhoben. Ihm werde unter anderem vorgeworfen, einer Spezialeinheit der radikalislamischen Gruppierung angehört und Selbstmordanschlägen geplant zu haben, teilte die Behörde am Freitag in Karlsruhe mit. Für die Prüfung der Anklage ist das Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf zuständig.

Der 37-Jährige soll laut Anklageschrift rund fünf Jahre lang zu den Taliban gehört und in dieser Zeit unterschiedliche Funktionen ausgeübt haben. Er gehörte seit Sommer 2013 zunächst zu einer auf Selbstmordanschläge spezialisierten Einheit, wobei er Ziele ausspähte, beim Bombenbau half und selbst ein entsprechendes Fahrtraining durchlief. Daneben beteiligte er sich an einem Mörserangriff auf einen Stützpunkt der afghanischen Streitkräfte.

Anfang 2017 wechselte er zu einer Eliteeinheit der Taliban in der südafghanischen Provinz Helmand mit Namen "Red Unit". Auch dort baute er Sprengsätze und plante Anschläge, außerdem betätigte er sich als Muezzin. Die Anklage lautet auf Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, versuchten Mord sowie Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Das OLG wird die Anklage bearbeiten und gegebenenfalls einen Prozess eröffnen.

K. war im Februar bei einer Operation afghanischer Spezialkräfte festgenommen und später nach Deutschland überstellt worden. Die afghanischen Behörden bezeichneten ihn damals als Militärberater der Taliban. Er wurde Ende April nach Deutschland gebracht und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

AFP

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