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Bundesregierung lässt Abschiebung von vietnamesischen Dissidenten überprüfen

Die Bundesregierung lässt die umstrittene Abschiebung eines vietnamesischen Dissidenten in seine Heimat überprüfen.

Polizei in Vietnams Hauptstadt Hanoi

Polizei in Vietnams Hauptstadt Hanoi

Die Bundesregierung lässt die umstrittene Abschiebung eines vietnamesischen Dissidenten in seine Heimat überprüfen. Das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) werde sich "das Verfahren nochmal anschauen", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin. Details wollte er mit Verweis auf den Datenschutz nicht nennen. Das Auswärtige Amt kündigte an, "den Fall weiter sehr genau zu beobachten".

In dem Fall geht es um den Schriftsteller und Menschenrechtsaktivisten Ngyuen Quang Hong Nhan und dessen Frau. Sie waren vergangene Woche aus Nürnberg nach Vietnam abgeschoben worden. Über das Schicksal des Ehepaars seit der Abschiebung habe die Bundesregierung "im Moment keine eigenen Erkenntnisse", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts.

Das deutsche PEN-Zentrum hatte das Bundesamt am Donnerstag aufgefordert, die Entscheidung zur Abschiebung zu revidieren. Nguyen Quang Hong Nhan sei 1979 wegen "Propaganda gegen den sozialistischen Staat" in Vietnam zu einer zwanzigjährigen Haftstrafe verurteilt worden sei und habe erst 2015 ausreisen konnte. Dennoch hätten die bayerischen Behörden den Asylantrag sowie einen Asylfolgeantrag unverständlicherweise abgelehnt und ihn "in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abgeschoben".

AFP