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Bundesregierung prüft Teilabzug von Bundeswehr-Soldaten aus Erbil

Peschmerga-Kämpfer im Nordirak
Peschmerga-Kämpfer im Nordirak
© © 2020 AFP
Nach den iranischen Raketenangriffen prüft die Bundesregierung den Abzug weiterer Soldaten aus dem Irak.

Nach den iranischen Raketenangriffen prüft die Bundesregierung den Abzug weiterer Soldaten aus dem Irak. Konkret gehe es um einen Teilabzug aus Erbil im Nordirak, wo derzeit knapp 120 Bundeswehrsoldaten an einer Ausbildungs- und Stabilisierungsmission mitwirken, sagte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums am Mittwoch in Berlin. Erbil war in der Nacht vom Iran mit Raketen beschossen worden.

Mit Blick auf die Angriffe sprach die Ministeriumsvertreterin von einer "sehr schnellen Lageveränderung in den vergangenen Stunden". Die Lage werde nun mit den Verbündeten gemeinsam bewertet, "und daraus werden wir unsere Schlüsse ziehen".

Die Sprecherin verwies darauf, dass sich etwa die Hälfte der deutschen Soldaten in Erbil um die Ausbildung kurdischer Kämpfer kümmere, dass diese Ausbildung momentan aber ohnehin ausgesetzt sei. "Wir bieten weiter unsere Hilfe an, wenn die irakische Regierung es möchte."

Das Auswärtige Amt betonte, dass ein möglicher Teilabzug aus Erbil keine Vorentscheidung über die künftige Zusammenarbeit mit dem Irak darstelle. Es gehe lediglich "um operative Maßnahmen zum Schutz unserer Soldaten in engster Abstimmung mit den Verbündeten", sagte ein Sprecher.

Nach Angaben der irakischen Armee waren in der Nacht zum Mittwoch insgesamt 22 Raketen auf den Stützpunkten im nordirakischen Erbil sowie Ain al-Assad im Westirak eingeschlagen. Der iranische Angriff war eine Reaktion auf die gezielte Tötung des einflussreichen Generals Kassem Soleimani bei einem US-Drohnenangriff am Freitag.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen hatte die Bundeswehr nach eigenen Angaben vom Dienstag bereits 35 Soldaten aus dem zentralirakischen Tadschi sowie der Hauptstadt Bagdad nach Jordanien und Kuwait verlegt. Diese Soldaten seien weiterhin "griffbereit, falls es dazu kommen sollte, dass wir unsere Ausbildung wieder aufnehmen", sagte die Sprecherin des Verteidigungsministeriums.

AFP

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