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Bundesregierung will Produktion medizinischer Schutzausrüstung ankurbeln

Die Bundesregierung will eine langfristig stabile Produktion medizinischer Schutzausrüstung in Deutschland aufbauen.

Altmaier (links) und Spahn am 9. April in Berlin

Altmaier (links) und Spahn am 9. April in Berlin

Die Bundesregierung will eine langfristig stabile Produktion medizinischer Schutzausrüstung in Deutschland aufbauen. Die Corona-Pandemie zeige "sehr klar, dass wir bei manchen Produkten nicht so abhängig sein sollten von anderen Regionen auf der Welt", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will mit einem Arbeitsstab Unternehmen insbesondere für die Produktion von Schutzmasken gewinnen.

In dieser Woche seien 40 Millionen Masken für das deutsche Gesundheitswesen "im Zulauf", sagte Spahn bei einer Pressekonferenz mit Altmaier nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts. Bis Jahresende würden aber allein in diesem Bereich eine Milliarde OP-Masken und bis zu 450 Millionen sogenannte FFP2-Masken benötigt. Dazu kämen sonstiger Arbeitsschutz und der "Alltagsbereich".

Laut Altmaier werden momentan rund 90 Prozent aller Masken in Asien produziert. Ziel seines Produktionsstabs ist es, diesen Anteil "deutlich zu reduzieren" und Engpässe zu beseitigen, zumal die globale Nachfrage "für lange Zeit hoch bleiben wird". Das gelte auch für Test- und Wirkstoffe gegen das Virus.

Altmaier will die Investitionsbedingungen für interessierte Firmen verbessern und "dafür sorgen, dass auch in Deutschland wettbewerbsfähig produziert werden kann". Die Unternehmen müssten wissen, "dass sie für ihre Masken, Wirkstoffe, Impfstoffe auch in den nächsten Jahren Abnehmer finden".

Spahn verwies dabei auf eine erste "kleinere Ausschreibung" der Regierung mit Aussicht auf langfristige Verträge. Es gebe über 100 Angebote von Unternehmen, die den Bund bis Mitte August mit der ersten Schutzausrüstung beliefern wollten.

Der Gesundheitsminister sprach von einer "Lernkurve": Unternehmen wie Volkswagen oder BASF bei der Planung "an Bord zu haben", mache die Dinge "unendlich leichter", sagte er.

AFP

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