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Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga führt künftig bayerische AfD

Die bayerische AfD hat die Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga zur neuen Landesvorsitzenden gewählt.

AfD-Landesparteitag in Greding

AfD-Landesparteitag in Greding

Die bayerische AfD hat die Bundestagsabgeordnete Corinna Miazga zur neuen Landesvorsitzenden gewählt. Miazga setzte sich am Samstag auf einem Landesparteitag in Greding im zweiten Wahlgang gegen die als Vertraute des AfD-Rechtsaußen Björn Höcke geltende Landtagsfraktionschefin Katrin Ebner-Steiner durch. Miazga bekam 305 Stimmen, Ebner-Steiner 216 Stimmen.

Der bisherige Landesvorsitzende, der Bundestagsabgeordnete Martin Sichert, scheiterte bereits im ersten Wahlgang als Drittplatzierter hinter den beiden Frauen. Der bayerische AfD-Landesverband gilt seit längerem als zerstritten.

Die Abstimmung galt auch als Machtkampf zwischen den eher gemäßigten AfD-Vertretern und Vertretern des rechtsnationalen "Flügel" von Thüringens AfD-Chef Höcke. Ebner-Steiners Kandidatur kam überraschend, sie galt als Versuch des "Flügel", Einfluss im Landesverband zu übernehmen.

Miazga äußerte sich in ihrer Kandidatenrede gemäßigt. Sie sagte, die AfD habe kein Problem mit ihrer Politik, sondern mit ihrem Ruf: "Wir müssen an unserem Image arbeiten." Darin sehe sie ihre Aufgabe. Die AfD liege in Bayern aktuell bei nur acht Prozent, das sei Folge ihres schlechten Images und dürfe nicht so bleiben.

Am Rande des Landesparteitags sagte die 36-Jährige vor Journalisten, sie verorte sich in der Mitte der AfD. Sie sei "ganz normal mittendrin". Ihre Kandidatur sei von Vertretern des "Flügel" ebenso getragen wie von der gemäßigteren Alternativen Mitte.

Miazga unterschrieb nach eigenen Angaben 2015 die von Höcke vorgelegte Erfurter Resolution. Damit gehöre sie formal ebenfalls zum "Flügel". Zu Höcke habe sie persönlich aber "wenig Kontakt". Miazga gehört bislang zum Kreisverband Straubing-Bogen. Sie wolle aber aus privaten Gründen nach Regensburg ziehen will, sagte sie.

Zu Miazgas erstem Stellvertreter wählte der Landesparteitag den Bundestagsabgeordneten Hansjörg Müller, der dem "Flügel" zugerechnet wird. Müller bekam 51,3 Prozent in der Stichwahl. Der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion kündigte in seiner Bewerbungsrede an, auf dieses Amt zugunsten der Arbeit im Landesverband in Zukunft verzichten zu wollen.

Müller hatte Anfang 2018 für einen Eklat gesorgt, als er im Bundestag beim Holocaust-Gedenken nach einer Rede der Auschwitz-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch im Gegensatz zu den anderen AfD-Fraktionsmitgliedern zunächst nicht aufstand und auch nicht applaudierte.

AFP