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Bundesweite Protestaktion an Autobahnen gegen umstrittenen A49-Ausbau in Hessen

Protestschild am Ortseingang von Dannenrod
Protestschild am Ortseingang von Dannenrod
© © 2020 AFP
Umweltschützer haben am Freitag bundesweit gegen den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 in Hessen protestiert.

Umweltschützer haben am Freitag bundesweit gegen den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 in Hessen protestiert. Wegen Abseilaktionen an Brücken in mehreren Bundesländern mussten mehrere Autobahnen gesperrt werden, wie die Polizei in Gießen mitteilte. In Hessen waren die A7 bei Kassel und die A485 bei Gießen betroffen. Bis zum Nachmittag waren alle Sperrungen aufgehoben.

Die A7 wurde nach Angaben der Polizei zwischen Kassel-Ost und Kassel-Mitte zeitweise voll gesperrt. Zwei Aktivistinnen hatten sich von einer Brücke abgeseilt, an der Banner aufgehängt worden waren. Die beiden Frauen sowie zwei weitere Aktivisten wurden vorläufig festgenommen. Durch die Vollsperrung bildeten sich kilometerlange Staus. Auch die Sperrung auf der A485 konnte am Mittag wieder aufgehoben werden. Dort hatten sich drei Menschen von einer Brücke abgeseilt.

Nach Angaben von Aktivisten seilten sich Umweltschützer zudem über der A2 bei Braunschweig und Hannover, der A4 bei Dresden und Jena sowie der A20 bei Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern und der A7 zwischen Hüsby und Schleswig in Schleswig-Holstein ab.

An der A7 bei Hüsby nahm die Polizei nach eigenen Angaben acht Aktivisten fest. In Jena seilten sich zwei Aktivisten ab. Eine 20-Jährige kletterte selbstständig zurück auf die Fußgängerbrücke. Dadurch konnte der Verkehr in Richtung Frankfurt nach rund einer halben Stunde wieder freigegeben werden. Ein zweiter Umweltschützer wurde mit einer Drehleiter geborgen.

In Tribsees wurde eine Aktivistin nach einer medizinischen Begutachtung durch einen Notarzt in ein Krankenhaus gebracht, später jedoch wieder entlassen. Fünf weitere Aktivisten erhielten einen Platzverweis. Die Autobahn musste für etwa 20 Minuten in Richtung Lübeck halbseitig gesperrt werden.

In Dresden hatten sich zwei Umweltschützer so befestigt, dass sie sich nicht aus eigener Kraft befreien konnten. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben nun wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Für den Protest verantwortlich seien mehrere unabhängig voneinander agierende Aktionsgruppen, teilte eine Gruppe namens Aktion Autofrei mit. Ziel sei es, "Druck auf die Landesregierung" auszuüben. Die Umweltschützer forderten einen Ausbaustopp für die A49.

Seit über einem Jahr protestieren Umweltschützer in Hessen gegen den umstrittenen Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel, die durch das Waldgebiet führen soll. Der Bau der Autobahn soll laut dem Landkreis Vogelsberg im September 2021 beginnen.

Derzeit laufen vorbereitende Arbeiten. Dabei sollen bis Februar kommenden Jahres zunächst 27 Hektar Wald gerodet werden. Die Rodungen begannen vor einigen Wochen und werden von Protesten begleitet.

AFP

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