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CDU-Vize Laschet fordert Ende der Debatte um Kanzlerkandidatur der Union

CDU-Vize Armin Laschet hat ein Ende der Debatte um die Kanzlerkandidatur der Union gefordert.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz

CDU-Vize Armin Laschet hat ein Ende der Debatte um die Kanzlerkandidatur der Union gefordert. Es sei "völlig klar", dass Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer diesen Prozess "führen und einen Vorschlag machen" werde, sagte er den Funke-Zeitungen vom Mittwoch. Auch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz sieht "überhaupt keine Entscheidungsnotwendigkeit". Eine eigene Kanzlerkandidatur schloss er zugleich nicht explizit aus. FDP-Vize Wolfgang Kubicki hält Kramp-Karrenbauer nicht für die richtige Kandidatin.

Laschet warb dafür, "die Personaldebatte jetzt zu beenden". CDU und CSU würden sich vor der nächsten Bundestagswahl auf einen Kanzlerkandidaten einigen. "Annegret Kramp-Karrenbauer hat vorgeschlagen, dass die CDU sich dieser Frage auf einem Parteitag Ende 2020 widmen sollte. Wir sollten also die Fragen klären, wenn sie anstehen und nicht vorher", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident.

Zuvor hatte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) gesagt, Kramp-Karrenbauer werde die nächste Kanzlerkandidatin sein. Laschet hatte über Pfingsten für Aufmerksamkeit gesorgt, als er sagte, mit deren Wahl zur Parteivorsitzenden sei noch keine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur verbunden gewesen.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) forderte seine Partei dazu auf, sie solle "den Panikmodus ausschalten". Jetzt sei keine Zeit für Personaldiskussionen. Es gehe darum, die Partei zu modernisieren und neu aufzustellen. "Natürlich ist die Parteivorsitzende eine natürliche Kanzlerkandidatin", betonte Hans zugleich.

Die konservative Werteunion bekräftigte ihre Forderung, den nächsten Kanzlerkandidaten oder die Kandidatin per Urwahl zu bestimmen. Ihr Vorsitzender Alexander Mitsch sagte der "Passauer Neuen Presse" vom Mittwoch: "Eine Entscheidung dieser Tragweite sollte nicht im kleinen Kreis ausgekungelt werden."

Laschet wandte sich gegen die Forderung und verwies auf die Zusammenarbeit mit der CSU. "Es ist eine gemeinsame Entscheidung von CDU und CSU. Bei einer Urabstimmung würde die CDU naturgemäß dominieren", sagte er den Funke-Zeitungen

Der im Rennen um den CDU-Vorsitz unterlegene Merz sagte am Mittwoch im SWR zur Möglichkeit einer eigenen Kanzlerkandidatur: "Es gibt überhaupt keine Entscheidungsnotwendigkeit und deswegen denke ich auch über diese Frage überhaupt nicht nach."

Im aktuellen Insa-Meinungstrend für die "Bild"-Zeitung wurden die Grünen mit 26,5 Prozent stärkste Kraft. Die Union verlor ihre Spitzenposition und lag mit 24 Prozent auf Platz zwei. Die SPD kam auf 13 Prozent, die AfD auf 13,5 Prozent. Die FDP erreichte neun Prozent, die Linke lag bei 7,5 Prozent. Befragt wurden über das Pfingstwochenende 2074 Bundesbürger.

FDP-Vize Kubicki präferierte in der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstagsausgabe) Gesundheitsminister Jens Spahn als Kanzlerkandidaten. Die persönliche Performance von Kramp-Karrenbauer "spricht nicht gerade dafür, dass sie die richtige Kanzlerkandidatin ist", sagte Kubicki mit Blick auf die schwachen Umfragewerte. "Ihre Wirtschaftskompetenz ist aus meiner Sicht nicht ausreichend", fügte er hinzu.

Ihm selbst würde bei der Kandidatenfrage "weder AKK noch Friedrich Merz einfallen, sondern Jens Spahn, sagte Kubicki weiter. "Oder Daniel Günther, der allerdings erst noch die nächste Landtagswahl in Schleswig-Holstein gewinnen muss", sagte er mit Blick den Kieler CDU-Ministerpräsidenten.

AFP