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Chinesischer Menschenrechtsanwalt Wang zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt

Der bekannte chinesische Menschenrechtsanwalt Wang Quanzhang ist in seiner Heimat zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Proteste von Menschenrechtsaktivisten

Proteste von Menschenrechtsaktivisten

Der bekannte chinesische Menschenrechtsanwalt Wang Quanzhang ist in seiner Heimat zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in der nordchinesischen Stadt Tianjin sprach den 42-Jährigen am Montag der "Subversion" gegen die Staatsmacht schuldig. Zusätzlich zur Haftstrafe wurden ihm für fünf Jahre die politischen Rechte entzogen.

Der Anwalt hatte Aktivisten und Opfer von Landenteignungen vertreten. 2015 wurde er im Zuge einer großangelegten Verhaftungswelle zusammen mit zahlreichen weiteren Regierungskritikern festgenommen.

Der Prozess fand dann im vergangenen Dezember statt. Die Öffentlichkeit wurde von dem Gerichtsverfahren mit der Begründung ausgeschlossen, es gehe um "Staatsgeheimnisse". Wangs Ehefrau Li Wenzu, die immer wieder öffentlichkeitswirksam seine Freilassung gefordert hatte, wurde faktisch unter Hausarrest gestellt, um sie an einer Teilnahme an dem Prozess zu hindern.

Der Fall hat international für Aufsehen gesorgt. Die Bundesregierung setzte sich wiederholt für Wang ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) traf bei einer China-Reise im Mai vergangenen Jahres seine Ehefrau.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte Wangs Verurteilung am Montag als "großes Unrecht". Das Urteil sei Teil des fortwährenden Vorgehens der chinesischen Regierung gegen Menschenrechtsanwälte.

Amnesty-China-Expertin Doriane Lau schrieb auf Twitter, bei der viereinhalbjährigen Haftstrafe würden die mehr als drei Jahre berücksichtigt, die Wang bereits in Haft verbracht habe. Er dürfte demnach in etwas mehr als einem Jahr freikommen.

AFP
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