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Chinesisches Gericht verurteilt Kanadier wegen Drogenhandels zum Tode

Ein chinesisches Gericht hat einen Kanadier wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilt.

Robert Lloys Schellenberg (M.) am Montag vor Gericht

Robert Lloys Schellenberg (M.) am Montag vor Gericht

Ein chinesisches Gericht hat einen Kanadier wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilt. Das Gericht in Dalian hob am Montag das ursprüngliche Urteil auf, wonach der 36-jährige Robert Lloyd Schellenberg eine 15-jährige Haftstrafe verbüßen sollte. "Das Gericht weist die Erklärungen und die Verteidigung der angeklagten Person in Gänze zurück, weil sie vollkommen im Widerspruch zu den Fakten stehen", sagte der Vorsitzende Richter.

Eine höhere Instanz hatte das erste Urteil als zu milde beanstandet und ein höheres Strafmaß gefordert. Das Urteil am Montag erging nach einer eintägigen Verhandlung, an der mehrere Prozessbeobachter teilnahmen.

Schellenberg wurde Berichten zufolge im Jahr 2014 in der Provinz Liaoning festgenommen. Ihm wurden Drogenschmuggel im größeren Stil und eine mögliche Verstrickung ins internationale organisierte Verbrechen vorgeworfen.

Im November erging das Urteil auf 15 Jahre Haft und umgerechnet 19.000 Euro Bußgeld. Schellenberg kam nach seiner Aussage über einen Freund mit einem zwielichtigen Mann in Kontakt. Dieser sei ihm als Übersetzer vorgestellt worden, tatsächlich sei er aber ihn in einen internationalen Drogenschmuggelring hineingeraten.

Die Beziehungen zwischen Kanada und China sind derzeit angespannt. Peking ist verärgert über die Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada Anfang Dezember. Inzwischen wurde Meng gegen Zahlung einer Kaution unter strengen Auflagen freigelassen. Das Verfahren zu ihrer Auslieferung an die USA läuft. Washington wirft der Unternehmerin Verstöße gegen die Iran-Sanktionen vor und fordert ihre Auslieferung.

Seit Mengs Verfahren wurden in China mehrere kanadische Staatsbürger festgenommen - ein ehemaliger Diplomat und ein in China lebender Nordkorea-Experte sind weiterhin in Haft. Die beiden Männer stehen Peking zufolge im Verdacht, die "nationale Sicherheit" zu gefährden - in China eine Umschreibung für einen Spionageverdacht.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau zeigte sich "extrem" besorgt darüber, dass China "willkürlich" die Todesstrafe gegen Schellenberg verhängt habe.

Nach Einschätzung von Beobachtern war die Festnahme der beiden Kanadier eine Vergeltungsaktion der chinesischen Behörden für die Festsetzung der chinesischen Topmanagerin Meng.

China-Experte William Nee von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wunderte sich, dass das Verfahren so schnell vor sich ging und die Staatsmedien ihm so viel Aufmerksamkeit gewidmet hätten. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass "China Kanada eine Botschaft senden möchte", sagte Nee der Nachrichtenagentur AFP.

Schellenberg kann gegen das Urteil Berufung einlegen.

AFP

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