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Corona-Pandemie Spahn dämpft Erwartungen an Impfangebot für alle im Juni

#allesdichtmachen-Protestaktion
Sehen Sie im Video: #allesdichtmachen – Schauspieler sorgen mit kontroverser Protestaktion für Aufsehen




Zahlreiche prominente Film- und Fernsehschauspieler sorgen mit einer großangelegten Internetaktion unter dem Motto #allesdichtmachen für Aufsehen. Künstler wie Ulrich Tukur, Volker Bruch, Meret Becker, Richie Müller, Heike Makatsch, Jan Josef Liefers und viele weitere verbreiteten am Donnerstag gleichzeitig ironisch-satirische Clips mit persönlichen Statements zur Coronapolitik der Bundesregierung. Wie die Aktion koordiniert wurde, war zunächst nicht bekannt. Ulrich Tukur etwa fordert die Bundesregierung auf ausnahmslos alles zu schließen: «Sind wir erst am Leibe und nicht nur an der Seele verhungert und allesamt mausetot, entziehen wir auch dem Virus und seiner hinterhältigen Mutantenbagage die Lebensgrundlage.» Jan Josef Liefers bedankt sich ironisch: «bei allen Medien unseres Landes, die seit über einem Jahr unermüdlich verantwortungsvoll und mit klarer Haltung dafür sorgen, dass der Alarm genau da bleibt, wo er hingehört, nämlich ganz, ganz oben.» In den sozialen Medien stieß die Aktion auf begeisterte Zustimmung bis vehemente Ablehnung. «Die Schauspieler*innen von #allesdichtmachen können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben», twitterte Moderator Tobias Schlegl, der auch Notfallsanitäter ist. Die Kunst- und Kulturszene leidet seit mehr als einem Jahr schwer unter den Corona-Maßnahmen. Laut dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) etwa haben viele der Schauspielerinnen und Schauspieler in Deutschland seit März 2020 kaum Einkommen.
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Erwartungen gedämpft, dass bereits im Juni jedem Bürger ein Impfangebot gemacht werden kann.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Erwartungen gedämpft, dass bereits im Juni jedem Bürger ein Impfangebot gemacht werden kann. Die voraussichtliche Aufhebung der Priorisierung im Juni "heißt nicht, dass wir innerhalb von einer Woche gleich jedem einen Termin machen" und im Juni schon alle impfen können, sagte Spahn am Freitag in Berlin. "Das wird bis in den Sommer hinein gehen müssen."

Spahn hatte am Donnerstag angekündigt, dass im Juni voraussichtlich die Priorisierungen aufgehoben werden können, die den Zugang zu den Impfungen bislang noch an bestimmte Voraussetzungen knüpfen. Möglich werden soll dies durch die deutlich gestiegene Menge an Impfstofflieferungen.

Angesichts der ab Samstag geltenden bundeseinheitlichen Notbremse zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die unter anderem nächtliche Ausgangssperren vorsieht, rief Spahn die Menschen zum Durchhalten auf. Die Ausgangsbeschränkungen stünden seit Anfang März mit Beschluss von Bund und Ländern ab einer Inzidenz von 100 im Instrumentenkasten bereit und würden jetzt umgesetzt, sagte Spahn. Auch die Kontaktbeschränkungen seien "ein sehr starker Freiheitseingriff".

"Das ist hart, das fällt schwer, jedem von uns", sagte Spahn. "Aber es ist für eine Übergangszeit." Jetzt gehe es darum, die Welle zu brechen, um dann mit Hilfe von Tests deutlich mehr öffnen zu können. Spahn nannte dabei die Außengastronomie, Theater, Einzelhandel und Fußball. "Sommer klingt im April noch weit weg, aber in Wahrheit ist es nicht so weit."

AFP

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