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Corona-Krise bringt staatliches Defizit auf zweithöchsten Wert seit 1990

Fast menschenlerere Straße in Flensburg
Fast menschenlerere Straße in Flensburg
© © 2021 AFP
Die Corona-Pandemie und ihre Folgen hat im vergangenen Jahr zu einem enormen Finanzierungsdefizit des Staates geführt.

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen hat im vergangenen Jahr zu einem enormen Finanzierungsdefizit des Staates geführt. Das Statistische Bundesamt bezifferte das Minus am Mittwoch aufgrund vorläufiger Berechnungen auf 139,6 Milliarden Euro. Es handelte sich demnach um das erste Defizit seit 2011 und das zweithöchste Minus seit der Wiedervereinigung. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt ergab sich eine Defizitquote von 4,2 Prozent.

Der größte Teil des Defizits entfiel den Angaben zufolge auf den Bund - er verzeichnete ein Minus von 86,6 Milliarden Euro. Bei den Ländern lag der Wert bei 18,0 Milliarden Euro, bei den Kommunen waren es 1,3 Milliarden Euro. Die Sozialversicherungen wiesen ein Minus von 33,7 Milliarden Euro aus.

Im Vergleich zu 2019 sanken den Angaben zufolge die gesamtstaatlichen Einnahmen um 3,0 Prozent, während die Ausgaben um 9,3 Prozent zulegten. "Zum Defizit von Bund und Ländern trugen vor allem die Ausgaben für die staatlichen Sofort- und Überbrückungshilfen sowie die Beschaffung und Bereitstellung von Schutzausrüstung bei", erläuterte das Statistische Bundesamt. Es verwies auch auf deutliche Steigerungen bei Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld sowie höhere Renten- und Kindergeldzahlungen.

"Auf der Einnahmen-Seite blieben insbesondere die Steuereinnahmen mit einem Rückgang von 6,5 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau", erklärten die Statistiker weiter. Während etwa die Lohnsteuereinnahmen "moderat" um 2,3 Prozent gesunken seien, seien die Einnahmen aus Unternehmensteuern "massiv" um 13,5 Prozent zurückgegangen.

AFP

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