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CSU fordert mehr Einsatz der Union im Wahlkampf

Alexander Dobrindt und Markus Söder
Alexander Dobrindt und Markus Söder
© © 2021 AFP
Die CSU hat bei der Vorstellung ihres Wahlprogramms mehr Einsatz im Wahlkampf gefordert.

Die CSU hat bei der Vorstellung ihres Wahlprogramms mehr Einsatz im Wahlkampf gefordert. "Wir sind 65 Tage vor der Bundestagswahl und es ist sehr klar geworden, dass die Union einen Wahlkampfsprint braucht", sagte CSU-Spitzenkandidat Alexander Dobrindt am Freitag nach einer Tagung des Parteivorstands am Tegernsee. Dabei war das "CSU-Programm" beschlossen worden, welches das gemeinsame Wahlprogramm der Union ergänzen soll und teils darüber hinausgeht.

So fordert die CSU eine Ausweitung der Mütterrente und die Ergänzung des Ehegattensplittings um ein "Kindersplitting". Zudem soll die Mehrwertsteuer für die Gastronomie und für regional erzeugte Lebensmittel gesenkt werden. Als Schwerpunkte des Programms hatte Parteichef Markus Söder bereits am Vormittag Mittelstand, Familie sowie den "Erhalt der Heimat und die Bewahrung der Schöpfung" genannt.

Zum Thema Klima heißt es im Programm, die Partei wolle "Klimaanpassungsmaßnahmen beschleunigen" und "Klimaschutz ausbauen", dabei aber "alle mitnehmen und niemanden überfordern". Die CSU schlägt unter anderem Förderprogramme für Privathaushalte und Unternehmen vor, die klimafreundlich investieren. Zudem soll Bayern "plastikneutral" werden. Auch die Landwirtschaft könne einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sagte Söder.

Bei den Äußerungen vor der Presse ging es vor allem um den Wahlkampf. Der Parteivorstand hatte sich am Mittag einen Vortrag von Manfred Güllner angehört, dem Chef des Umfrageunternehmens Forsa. Dieser habe unter anderem betont, dass klare Abgrenzung wichtig sei, sagte Söder. Es gehe nicht nur darum, andere zu kritisieren, sondern ernsthaft die eigenen Inhalte zu erklären.

Der bayerische Ministerpräsident äußerte im Laufe des Tages mehrmals die Sorge, dass es nach der Bundestagswahl zu einer Koalition ohne die Union kommen könnte. "Zufallsmehrheiten" seien möglich. Eine Stimme für die FDP könne beispielsweise dazu führen, dass es eine Ampelkoalition in Berlin gebe. Es sei noch nicht ausgemacht, dass die CDU am Ende den Kanzler stelle, warnte Söder am Vormittag. Es gehe nicht darum, "mit dem Schlafwagen ins Kanzleramt zu fahren, sondern wir müssen zulegen."

Dobrindt sagte, aus dem Vortrag Güllners sei deutlich geworden, dass es in Deutschland ein Potenzial von 38 Prozent Zustimmung für die Union gebe. Es sei nun die Aufgabe von CSU und CDU, sich gemeinsam auf den Weg zu machen und das Maximale davon zu erreichen.

Aus Teilnehmerkreisen hieß es, Dobrindt habe während der Vorstandssitzung eine hohe Zustimmung in der Bevölkerung für die Themen Entlastung von Alleinerziehenden, Mütterrente, Ehegattensplitting, Generationenrente und Homeoffice-Pauschale ausgemacht. Er habe gefordert, die CSU müsse noch stärker betonen, dass SPD und Grüne das Ehegattensplitting abschaffen wollten, "was nichts anderes als eine Steuererhöhung für Millionen Familien bedeutet".

Alle Umfragen zeigten, "dass die Themen Klima und Migration unter der Corona-Decke schlummern und jeden Tag durch irgendein Ereignis stark anwachsen können", warnte der Spitzenkandidat und CSU-Landesgruppenchef im Bundestag den Angaben zufolge außerdem. Beim Klima sei dies gerade zu beobachten.

Zu Corona äußerte sich am Freitag sein Ministerpräsident. Söder sprach sich vor der Presse für ein Impfprogramm für Schülerinnen und Schüler und das Vorziehen der neuen Einreiseverordnung auf August aus. Wenn alle ein Impfangebot gehabt hätten, sollten zudem Corona-Tests nicht mehr kostenlos sein, forderte er.

Die FDP warf der CSU in einer Reaktion auf das Wahlprogramm unseriöse Wahlkampfversprechen vor. Das Programm stehe "in krassem Widerspruch zu den von CSU und CDU zigfach gebrochenen Wahlversprechen in dieser Legislaturperiode und dem steuerpolitischen Zickzackkurs ihres gemeinsamen Kanzlerkandidaten vor wenigen Tagen", sagte der stellvertretende Chef der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagsausgabe). Die CSU verspreche einfach allen mehr, das sei nicht seriös.

AFP

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