VG-Wort Pixel

Datenleck belegt Ausmaß der Unterdrückung der Uiguren in China

Ein  mutmaßliches Gefängnis in der Region Xinjiang
Ein mutmaßliches Gefängnis in der Region Xinjiang
© © 2019 AFP
Ein Datenleck in der chinesischen Regierung hat das Ausmaß der Unterdrückung der Minderheiten der Uiguren in China belegt.

Ein Datenleck in der chinesischen Regierung hat das Ausmaß der Unterdrückung der Minderheiten der Uiguren in China belegt. Geheim eingestufte Regierungsdokumente, die dem Internationalen Konsortium investigativer Journalisten (ICIJ) vorliegen und am Sonntag von 17 internationalen Medien veröffentlicht wurden, dokumentieren, wie die massenhafte Inhaftierung der muslimischen Minderheit in Lagern in der Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas organisiert wird.

Insbesondere widerlegen die Dokumente Pekings Darstellung, wonach es sich bei den Lagern um freiwillig besuchte "Bildungszentren" handele. Vielmehr zeigen sie die "kalkulierte, erzwungene und außergerichtliche Natur dieser Inhaftierungen", wie der Experte für Ethnien in China, James Leibold, sagte.

In einem Dokument werden demnach Beamte aufgefordert, Insassen pausenlos zu überwachen - sogar beim Toilettengang -, um sie an einer möglichen Flucht zu hindern. Die Insassen dürfen den Dokumenten zufolge keine Mobiltelefone haben und keinen Kontakt zur Außenwelt unterhalten. Zudem sei es dem Lagerpersonal verboten, sich mit Insassen anzufreunden, um heimliche Absprachen zu vermeiden.

Die mehr als zehn Millionen Uiguren sind eine turkstämmige muslimische Minderheit, die mehrheitlich in der Region Xinjiang im Nordwesten Chinas lebt. Nach wiederholten gewaltsamen Angriffen von Uiguren hat China in den vergangenen Jahren auch mithilfe modernster Technologie die Überwachung der Minderheit massiv ausgeweitet.

Menschenrechtsorganisationen prangern die Unterdrückung der Uiguren seit langem an. Nach ihren Angaben sind mehr als eine Million Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Minderheiten in den Umerziehungslagern inhaftiert, wo sie zur Aufgabe ihrer Religion, Kultur und Sprache gezwungen werden.

AFP

Mehr zum Thema


Das könnte sie auch interessieren


Wissenscommunity


Newsticker