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Demonstranten in Hongkong legen Berufsverkehr lahm

Die Demonstranten in Hongkong setzen ihre massiven Protestaktionen fort und legen inzwischen teilweise den Berufsverkehr lahm.

Demonstranten in Hongkong

Demonstranten in Hongkong

Die Demonstranten in Hongkong setzen ihre massiven Protestaktionen fort und legen inzwischen teilweise den Berufsverkehr lahm. Am dritten Tag in Folge blockierten Demokratie-Aktivisten am Mittwoch zahlreiche Straßen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auf etlichen U-Bahn-Linien verkehrten keine Züge, mehrere Schulen und Einkaufszentren blieben geschlossen. Aus Angst vor Angriffen flohen zahlreiche aus Festland-China stammende Studenten aus der Finanzmetropole.

Seit Tagen versperren Demonstranten in der chinesischen Sonderverwaltungszone wichtige Straßen mit Steinen, Fahrrädern und Möbelstücken. Aktivisten attackierten auch Stationen der U-Bahn, die täglich von mehr als der Hälfte der 7,5 Millionen Einwohner Hongkongs genutzt wird.

Zahlreiche U-Bahn-Stationen konnten nach Behördenangaben nicht befahren werden. Auch auf dutzenden Buslinien wurde der Verkehr eingestellt. Zahlreiche Angestellte kamen am Mittwoch wegen der Blockaden nicht oder zu spät zur Arbeit.

Nach den bislang schwersten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei am Dienstag hatte die Polizei vor einem "totalen Zusammenbruch" des Rechtsstaats in Hongkong gewarnt. Die heftigsten Auseinandersetzungen ereigneten sich an der Chinesischen Universität von Hongkong. Auch in der Nacht zum Mittwoch lieferten sich maskierte Demonstranten und Sicherheitskräfte Auseinandersetzungen.

Aus Angst vor Angriffen flohen aus Festland-China stammende Studenten aus Hongkong, wie die Polizei und Universitätsvertreter am Mittwoch mitteilten. Nach Polizeiangaben gelang einer Gruppe Studenten der Chinesischen Universität die Flucht über die Straßen wegen der andauernden Blockaden nicht. Den Angaben zufolge wurde die Gruppe daraufhin von Polizisten mit einem Boot in Sicherheit gebracht.

Die Hongkong University of Science and Technology organisierte derweil einen Shuttle-Dienst, mit dem Studenten zu Bahnstationen nahe Festland-China gebracht werden. Die Universität sehe zwar keine "unmittelbar bevorstehende Bedrohung der Campus-Sicherheit", komme mit der Maßnahme jedoch dem "Wunsch einiger Studenten und Mitarbeiter" nach, das Universitätsgelände zu verlassen.

Wie viele aus Festland-China stammende Studenten Hongkong seit der jüngsten Eskalation verlassen haben, war zunächst nicht klar.

Die seit Juni andauernden Proteste in Hongkong hatten sich zunächst an einem geplanten Gesetz entzündet, das erstmals auch Auslieferungen nach Festland-China ermöglicht hätte. Inzwischen richten sie sich gegen die pro-chinesische Führung Hongkongs, den wachsenden Einfluss Pekings und die zunehmende Beschneidung demokratischer Freiheiten.

AFP