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Deutlich weniger Teilnehmer an Protest gegen G7-Gipfel als erwartet

Protestveranstaltung in München zum G7-Gipfel
Protestveranstaltung in München zum G7-Gipfel
© © 2022 AFP
Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in München friedlich gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau protestiert.

Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in München friedlich gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau protestiert. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich etwa 4000 Menschen an einer Kundgebung und anschließenden Demonstration, nach Angaben der Organisatoren waren es etwa 6000 Menschen. Die Proteste standen unter dem Motto "Gerecht geht anders" und bildeten den Auftakt einer Reihe von Protestveranstaltungen gegen den G7-Gipfel.

Die Demonstration verlief nach Polizeiangaben bis auf einige kleine Zwischenfälle friedlich. Gegen Ende hätten schwarzgekleidete Demonstranten zwei Rauchtöpfe gezündet und nach einer Festnahme zudem Polizisten attackiert, erklärte die Polizei. Zwei Beamte seien dabei leicht verletzt worden, Polizisten hätten die Angreifer mit Schlagstöcken zurückgedrängt. Die Lage habe sich aber noch vor der Abschlusskundgebung wieder beruhigt.

Insgesamt nahm die Polizei während des gesamten Einsatzes neun Menschen fest, drei wegen gefährlicher Körperverletzung und zwei wegen tätlicher Angriffe auf Vollstreckungsbeamte.

Mit den 4000 bis 6000 Menschen kamen deutlich weniger Demonstranten nach München als von den Veranstaltern angemeldet - sie waren von bis zu 20.000 Teilnehmern ausgegangen. Damit fielen die Proteste auch deutlich geringer aus als beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau 2015, als zur zentralen Demonstration etwa 35.000 Menschen nach München gekommen waren.

Der zu den Mitorganisatoren zählende Uwe Hiksch von den Naturfreunden Deutschlands sagte, er sei "hochzufrieden" mit dem Verlauf der Demonstration. "Die Anzahl der Teilnehmenden war nur leider nicht so hoch, wie wir erhofft hatten." Hiksch erklärte dies damit, dass viele Menschen wegen des Ukraine-Kriegs verunsichert seien und sich fragten, ob Klima-Demonstrationen nun angebracht seien.

Ein Bündnis zahlreicher Organisationen hatte zu der Großkundgebung auf der Theresienwiese und zu der anschließenden Demonstration durch die Münchner Innenstadt aufgerufen. Teilnehmer trugen Fahnen mit Aufschriften wie "Fossile stoppen - Klima retten".

Eine Rednerin der Umweltschutzorganisation Greenpeace sagte vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine: "Während uns der Krieg in Atem hält, spitzt sich die Klimakrise immer weiter zu. Wer Frieden will, muss raus aus den fossilen Energien."

Die Kritiker des am Sonntag auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen beginnenden G7-Gipfels fordern als Konsequenz aus dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ein schnelles Ende der Abhängigkeit von Öl, Gas und Kohle. Außerdem verlangen sie einen konsequenten Kampf gegen Klimakrise und Artensterben sowie mehr Einsatz gegen Hunger, Armut und Ungleichheit. Zum Trägerkreis des Protestbündnisses zählen der WWF, Greenpeace, Attac, Campact und Brot für die Welt.

Die Proteste in München sind der Auftakt einer ganzen Reihe an Kundgebungen und Demonstrationen, die den von Sonntag bis Dienstag dauernden G7-Gipfel auf Schloss Elmau begleiten. Deutschland ist turnusgemäß Gastgeber des Treffens von Staats- und Regierungschefs. Erwartet auf Schloss Elmau werden unter anderem US-Präsident Joe Biden und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

AFP

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