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Deutsche Bahn will sich besser gegen Folgen des Klimawandels wappnen

Infrastrukturvorstand Pofalla
Infrastrukturvorstand Pofalla
© © 2021 AFP
Deutlich mehr Hitzetage oder Wetterextreme wie Starkregen und Hagel: Die Deutsche Bahn (DB) will sich mit einer neuen "Resilienz-Strategie" besser gegen die zunehmende Erderwärmung wappnen.

Deutlich mehr Hitzetage oder Wetterextreme wie Starkregen und Hagel: Die Deutsche Bahn (DB) will sich mit einer neuen "Resilienz-Strategie" besser gegen die zunehmende Erderwärmung wappnen. "Der Klimawandel ist längst Realität", erklärte Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla am Freitag. Oberstes Ziel sei daher, Klimaneutralität zu erreichen, die der Konzern bis zum Jahr 2040 anstrebt. Gleichzeitig soll nach den Worten Pofallas der Schienenverkehr "wetterfester" gemacht werden.

Die "Resilienz" der Bahn - also die Widerstandsfähigkeit in schwierigen Situationen - soll sich dabei auf eine Reihe von Maßnahmen stützen. So sieht die Strategie etwa vor, dass die Bahn künftig zielgerichteter auf lokale Wetterphänomene reagieren kann und es "klimafestere Stellwerkstechnik und Energieanlagen" gibt. Sensoren sollen künftig rund um die Uhr Anlagentemperaturen und Umgebungsbedingungen erfassen, sodass die Bahn mögliche Störungen durch Klimaschäden früh erkennen und Reparaturen rechtzeitig anstoßen kann.

Außerdem verweist die Bahn darauf, dass sämtliche neu angeschaffte Fernverkehrszüge auf ein stabiles Raumklima ausgelegt seien und der ICE 4 sogar für Außentemperaturen bis 45 Grad Celsius gewappnet sei. In der Vergangenheit hatten hohe Außentemperaturen die Klimanlagen in Fernverkehrszügen wiederholt vor große Probleme gestellt.

Um die Stabilität der Klimaanlagen in den Fernverkehrszügen zu gewährleisten, wendet die Bahn nach Konzernangaben jährlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag auf. Ältere Baureihen würden für einen längeren Einsatz "generalüberholt und mit klimafesten Anlagen neu ausgerüstet". Gleiches gilt demnach für Fahrzeuge im Regionalverkehr sowie neue S-Bahnen der DB.

Grundlage für die Strategie der Bahn ist eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), in der die Forscherinnen und Forscher - basierend auf Wetterdaten von 1961 bis 2020 - mithilfe von Computersimulationen mögliche Entwicklungen des Klimas für die Jahre 2031 bis 2060 berechneten. Das PIK betrachtete dabei elf Klimafaktoren, darunter Hitzetage, Sturmtage, Eistage, sowie die Entwicklung von Starkregen für insgesamt 34 Verkehrsregionen übertragen auf das gesamte Bundesgebiet.

Demnach nehmen Hitzetage perspektivisch weiter zu, mit Schwerpunkten in den Regionen Mainz, Karlsruhe sowie Teilen Nordost-Deutschlands. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Anzahl der Eistage vor allem in den westlichen Regionen deutlich sinkt. Das PIK geht ferner davon aus, dass die südlichen Bundesländer sowie die Region Hagen - wie heute bereits zu beobachten sei - künftig mit am stärksten von Starkregen betroffen sein werden.

"Die heute vorgestellten Daten für die Deutsche Bahn zeigen Klimarisiken für ganz Deutschland", erklärte PIK-Direktor Ottmar Edenhofer. "Diese Risiken treffen die Bahn mit ihrem flächendeckenden Schienennetz in besonderer Weise - sie treffen letztlich aber uns alle." Anpassung sei deshalb wichtig. Noch wichtiger sei allerdings "eine rasche Verringerung des CO2-Ausstoßes, wie die Bahn sie betreibt", fügte er hinzu. Mobilität mit Strom aus Sonne und Wind sei hierbei der Schlüssel. "Hier muss der Straßenverkehr nachziehen, wenn die deutschen Klimaziele erreicht werden sollen", forderte Edenhofer.

AFP

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