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Deutsche Exporte zweiten Monat in Folge gesunken

Containerverladung in China
Containerverladung in China
© AFP
Die deutschen Exporte sind im Oktober den zweiten Monat in Folge gesunken. Die Unternehmen führten 0,6 Prozent weniger aus als im September, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Die Importe gingen noch stärker zurück. Der deutsche Außenhandelsmotor "fängt an zu stottern", erklärte der Außenhandelsverband BAG. 

Der Wert der deutschen Exporte lag im Oktober bei insgesamt 133,5 Milliarden Euro. In die Mitgliedstaaten der EU gingen Waren im Wert von 71,4 Milliarden Euro - das waren 2,4 Prozent weniger als im September. Die Ausfuhren in Drittstaaten dagegen legten leicht um 1,6 Prozent zu und erreichten einen Wert von 62,1 Milliarden Euro. 

Die nachlassende Auslandsnachfrage insbesondere in der EU, den USA und China lasse die nominalen Ausfuhren sinken, erläuterte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Volker Treier. "Dabei sind die enormen Preissteigerungen im Außenhandel noch gar nicht berücksichtigt." Hohe Inflationsraten und eine straffe Geldpolitik in wichtigen Absatzmärkten dämpften die internationale Nachfrage. Auch die Störungen in globalen Lieferketten seien - trotz Besserung in den vergangenen Monaten - noch immer nicht vollständig überwunden.

Stärker noch als die Exporte sanken im Oktober die Importe: Sie gingen im Vergleich zum September um 3,7 Prozent zurück auf einen Wert von 126,6 Milliarden Euro. Aus den EU-Ländern kamen Waren im Wert von 63 Milliarden Euro, das waren 3,0 Prozent weniger als im Vormonat. Die Einfuhren aus Drittländern nahmen um 4,3 Prozent auf 63,6 Milliarden Euro ab.

Insbesondere die Schwäche bei den Importen deute an, dass der Außenhandelsmotor anfange zu stottern, erklärte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura. "Zunehmend" belasteten die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der weltwirtschaftlichen Lage und die zahlreichen geopolitischen Risiken den Außenhandel.

Auch Treier warnte, laut aktueller DIHK-Umfrage erwarteten nur 16 Prozent der Industrieunternehmen, dass ihre Exporte in den kommenden Monaten steigen würden. 40 Prozent der Unternehmen rechneten mit geringeren Ausfuhren. "Lediglich während der Finanzkrise und zu Beginn der Corona-Krise waren die Unternehmen mit Blick auf ihr Auslandsgeschäft pessimistischer."

BAG-Präsident Jandura forderte daher, "positive Impulse für eine Stärkung des Außenhandels zu setzen". Er nannte "starke Investitionen in den deutschen und europäischen Standort, die Entwicklung neuer Handelsstrategien und dringend notwendige Handelsabkommen. "Europa muss sich für die Zukunft stark und breit aufstellen, um sich in einem zunehmend polarisierenden Welthandel behaupten zu können."

AFP

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