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Deutsche Großstädte verlieren zunehmend Einwohner an ihr unmittelbares Umland

Deutsche Großstädte verlieren zunehmend Einwohner an ihr Umland.

Häusermeer in Berlin

Häusermeer in Berlin

Deutsche Großstädte verlieren zunehmend Einwohner an ihr Umland. Dies geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB) hervor, die am Donnerstag in Wiesbaden präsentiert wurde und die Wanderungsbewegungen bis 2017 erfasst. Demnach verlangsamte sich der Zuzug aus umliegenden Landkreisen in Großstädte seit 2012. Seit 2014 kehrte sich das Muster sogar um. Mehr Menschen zogen aus den Städten in das unmittelbare Umland, als von dort in die Städte übersiedelten.

Wichtige Erklärungsfaktoren dafür sind laut BIB die steigenden Immobilienpreise in den Großstädten und das knappe Angebot an Wohnraum. In angrenzenden Landkreisen lockten hingegen niedrige Bauzinsen und gute Verkehrsanbindungen. Gleichbedeutend mit einem Ende des Großstadtwachstums ist dieser Trend dem Bundesamt zufolge allerdings nicht: Die Einwohnerzahlen der meisten Metropolen stiegen auch weiterhin durch Zuzüge junger Menschen und von Migranten.

Laut BIB erfolgt die Fluktuation der Bevölkerung zwischen Stadt und Land seit den 90er Jahren typischerweise in Wellenmustern. Gegenwärtig beginne anscheinend eine neue Phase der sogenannten Suburbanisierung - also ein Trend hin zum Leben in Vororten. Davon profitierten aber in erster Linie Landkreise in der Nähe von Ballungszentren, abgelegeneren Regionen nütze es kaum.

Die Aussagen der Studie beziehen sich aus methodischen Gründen außerdem nur auf deutsche Staatsbürger, Wanderungsbewegungen von Ausländern werden dabei nicht berücksichtigt. Dies geschieht nach BIB-Angaben, um statistische Verzerrungen durch den starken Zuzug von Migranten während der Flüchtlingskrise 2015/16 auszuschließen. Als Großstädte gelten alle Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern.

AFP

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