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Deutsche Lebensrettungsgesellschaft fordert Plan gegen Schwimmbädersterben

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat von der Politik einen Plan gegen die Schließung von Schwimmbädern gefordert.

Viele Schwimmbäder sind sanierungsbedürftig

Viele Schwimmbäder sind sanierungsbedürftig

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat von der Politik einen Plan gegen die Schließung von Schwimmbädern gefordert. Sicheres Schwimmen gehöre "zur Ausbildung im Schulunterricht", sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese am Freitag im Deutschlandfunk. "Nur wie soll das durchgeführt werden, wenn keine Schimmbäder vorhanden sind?" Zudem sei Schwimmen ein "Kulturgut" in Deutschland und gehöre zur Daseinsvorsorge.

Die DLRG brachte wegen der Schließung von durchschnittlich 80 Bädern im Jahr eine Petition mit 120.000 Unterschriften in den Bundestag ein. Darin fordert die Organisation, das "schleichende Bädersterben" zu beenden. Am Montag befasst sich der Petitionsausschuss des Bundestags erstmals in einer öffentlichen Anhörung damit.

Die DLRG warnt seit langem, dass die Schwimmfähigkeiten bei Kindern dramatisch nachlassen. Wiese verwies auf Umfragen seiner Organisation, wonach nur noch 41 Prozent der Grundschulkinder sicher schwimmen könnten.

"Wir erwarten sehr deutlich, dass sich im nächsten Jahr der Bundestag dieses Themas annimmt und einen goldenen Plan Schwimmbäder ausruft", sagte Wiese. "Wir wollen nicht ein Bad für jede Kommune." Nötig seien aber Zentren für die Schwimm- und auch Rettungsschwimmerausbildung.

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, verwies auf die Kosten. Er bezifferte den Renovierungsbedarf der Schwimmbäder auf bundesweit 4,6 Milliarden Euro. Statistisch zahlten die Kommunen zehn Euro pro Eintrittskarte in den Bädern drauf. Zudem mangle es an Personal, sagte Landsberg im Deutschlandfunk.

"Das ändert nichts an der Tatsache, dass das Bädersterben ein Ende haben muss", sagte der Hauptgeschäftsführer auch angesichts von 348 Ertrunkenen in den ersten acht Monaten dieses Jahres. Von einst 6700 Bädern in Deutschland seien heute noch 5900 geblieben. Nötig sei ein langfristiges Investitionsprogramm. Dies sei aber Aufgabe der Länder und nicht des Bundes.

AFP