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Deutscher Top-Diplomat kämpft in Teheran um Erhalt des Iran-Abkommens

In der Hoffnung auf eine Rettung des Iran-Abkommens hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) einen hochrangigen Mitarbeiter nach Teheran entsandt.

Straßenszene in Teheran

Straßenszene in Teheran

In der Hoffnung auf eine Rettung des Iran-Abkommens hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) einen hochrangigen Mitarbeiter nach Teheran entsandt. Der Politische Direktor im Auswärtigen Amt, Jens Plötner, besuchte am Donnerstag die iranische Hauptstadt, wie die Nachrichtenagentur AFP aus dem Auswärtigen Amt erfuhr. Im Zentrum der Reise stehe die "Bewahrung" des Atomabkommens mit dem Iran.

Die USA hatten das Atomabkommen im Mai 2018 aufgekündigt. Genau ein Jahr später erklärte Teheran, auch der Iran werde einzelne Bestimmungen der Vereinbarung nicht mehr einhalten. Die iranische Führung verlangte Entgegenkommen in mehreren Punkten von den anderen Unterzeichnerstaaten Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Russland und China. Sollte dies nicht binnen 60 Tagen passieren, würden weitere Maßnahmen ergriffen.

Unter Verweis auf eine nicht näher belegte "Bedrohung" durch den Iran verlegte die US-Regierung Anfang Mai einen Flugzeugträger, eine Bomberstaffel und eine Luftabwehrbatterie in die Golfregion. Zudem verschärfte sie die gegen den Iran verhängten Sanktionen.

Die Lage sei "ausgesprochen ernst", hieß es am Donnerstag aus dem Auswärtigen Amt. "Es besteht eine reale Eskalationsgefahr - etwa auch aufgrund von Missverständnissen oder eines Zwischenfalls." In dieser Situation sei der Dialog von großer Bedeutung.

Plötner soll in Teheran demnach unter anderem mit dem iranischen Vize-Außenminister Abbas Araktschi sprechen. Beide waren bei der Aushandlung des Atomabkommens dabei und kennen sich noch aus dieser Zeit. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" über die Reise berichtet.

Nach den iranischen Ankündigungen gebe es aktuell ein "Zeitfenster für Diplomatie", um Teheran zur fortgesetzten und vollständigen Einhaltung des Abkommens zu bewegen, hieß es aus dem Auswärtigen Amt weiter. Deutschland spreche dazu "kontinuierlich" mit Frankreich und Großbritannien und stehe auch im Austausch mit Russland und China.

AFP

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