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Deutschland beginnt mit Ausbildung von 5000 ukrainischen Soldaten

Ukrainische Soldaten in einem Trainingszentrum in England
Ukrainische Soldaten in einem Trainingszentrum in England
© AFP
Deutschland und andere europäische Länder beginnen mit der Ausbildung tausender ukrainischer Soldaten im Rahmen einer neuen EU-Mission. Alleine die Bundeswehr soll bis nächsten Juni rund 5000 Soldaten "in den unterschiedlichsten Fähigkeiten" ausbilden, wie Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) am Dienstag bei einem Treffen mit ihren EU-Kollegen in Brüssel sagte. Insgesamt will die EU rund 15.000 ukrainische Kräfte schulen.

Lambrecht sagte weiter, die ukrainischen Soldaten sollten "an unterschiedlichen Standorten" in Deutschland ausgebildet werden. Welche Bundeswehr-Stützpunkte dies genau sind, ließ sie aus Sicherheitsgründen offen. Die Ukrainer sollen unter anderem den Umgang mit dem Luftabwehrsystem Iris-T SLM lernen, von dem Deutschland ein erstes an Kiew geliefert hat - drei weitere sollen kommendes Jahr folgen. 

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell betonte, die Europäer hätten die neue Mission in einer "Rekordzeit" von nur drei Monaten auf die Beine gestellt. Spanien will im ersten Jahr insgesamt 2400 ukrainische Soldaten ausbilden, wie Verteidigungsministerin Margarita Robles in Brüssel sagte. Frankreich hatte zuvor bereits angekündigt, rund 2000 Kräfte zu trainieren. Das zentrale Hauptquartier liegt in Polen, Deutschland will ein kleineres stellen.

Die EU-Außenminister hatten die "EU Military Assistance Mission" (EUMAM) Ukraine am Montag endgültig beschlossen. Es handelt sich um die mit Abstand größte europäische Mission dieser Art für ein Drittland. Sie ist vorerst auf zwei Jahre angelegt. Einen Einsatz deutscher Soldaten in der Ukraine schließt die Bundesregierung aus.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüßte die EU-Initiative. "Dies ergänzt, was die Nato-Verbündeten tun", sagte er vor einer Videokonferenz mit dem ukrainischen Verteidigungsminister Oleksij Resnikow. Denn die USA, Großbritannien und Kanada bilden schon seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 "im bedeutenden Umfang" ukrainische Soldaten aus, wie Stoltenberg betonte. Alleine in Großbritannien hätten "fast 10.000 Soldaten alleine in diesem Jahr" Kampfeinsätze trainiert.

Dass die EU in den vergangenen Jahren nichts unternommen hat, stößt intern auf Kritik: Der lettische Verteidigungsminister Artis Pabriks betonte, sein Land habe bereits vor zwei Jahren eine Ausbildungsmission für die Ukraine gefordert. Nun sei das "Kind" neun Monate nach Beginn des Ukraine-Krieges endlich auf der Welt. "In der Ukraine entscheidet sich die Zukunft Europas und der Frieden Europas", mahnte Pabriks.

Stoltenberg drängte die europäischen Nato-Länder, die Ukraine weiter mit Waffen zu beliefern. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, Russland zu unterschätzen", sagte er mit Blick auf den russischen Rückzug aus der ukrainischen Stadt Cherson. Zugleich müssten die Verbündeten ihre eigenen Rüstungsbestände aufstocken. Für die Abschreckung und Bündnisverteidigung sei dies elementar, betonte der Generalsekretär.

Lambrecht kündigte in Brüssel daneben auch eine gemeinsame Initiative mit der Slowakei an: In dem Land entsteht nach ihren Worten ein Instandsetzungszentrum für Waffen, die von Deutschland an die Ukraine geliefert werden. Dort könnten etwa die Panzerhaubitze 2000 oder die Mehrfachraketenwerfer ausgebessert werden, sagte Lambrecht.

AFP

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