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DGB warnt vor wachsenden sozialen Ungleichheiten durch Corona-Krise

DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann
DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann
© © 2020 AFP
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat vor wachsenden sozialen Ungleichheiten durch die Corona-Krise gewarnt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat vor wachsenden sozialen Ungleichheiten durch die Corona-Krise gewarnt. "Wir kämpfen dafür, dass die Kosten der Krise nicht an den Beschäftigten hängen bleiben", erklärte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann am Freitag zum Tag der Arbeit. Es komme darauf an, Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern "und ein gesellschaftliches Auseinanderdriften zu verhindern"

Der DGB mahnte auch in der Corona-Krise die Einhaltung von Arbeitnehmerrechten an. Es sei falsch, jetzt die Arbeitszeit zu verlängern und Ruhezeiten zu reduzieren. "Die Menschen arbeiten schon heute an den Grenzen der Belastbarkeit", erklärte Hoffmann. Gerade jetzt zeige sich, wie wichtig Beteiligungsrechte der Arbeitnehmer seien, insbesondere bei der Sicherstellung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Das müsse im Mittelpunkt stehen, wenn es in den nächsten Wochen um einen behutsamen Wiedereinstieg ins gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben gehe.

Zugleich dringen die Gewerkschaften auf eine bessere Bezahlung der sogenannten Corona-Helden. "Pflegerinnen und Müllwerker, Reinigungskräfte und Paketboten, Verkäuferinnen werden in der Krise jetzt zu Recht als Heldinnen und Helden des Alltags gefeiert – sie haben mehr verdient als billigen Applaus", erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Beschäftigte in solchen systemrelevanten Berufen müssten endlich ordentlich bezahlt werden – am besten durch Tarifverträge, forderte auch die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. "Einmalzuschläge reichen nicht aus."

Erstmals in der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung findet in diesem Jahr der 1. Mai wegen der Corona-Epidemie ohne größere öffentliche Demonstrationen und Kundgebungen der Gewerkschaften statt. Der DGB rief dazu auf, den Tag der Arbeit digital zu begehen. Anstelle der üblichen Demonstrationen auf den Straßen lief am Freitag eine mehrstündige Live-Sendung mit musikalischen Beiträgen, Interviews mit DGB-Funktionären und Solidaritätsbotschaften von Politikern und Bürgern.

AFP

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