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Diskussion um kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer

Information am Münchner Flughafen am 8. August
Information am Münchner Flughafen am 8. August
© © 2020 AFP
Die Diskussion über die seit Samstag vorgeschriebenen kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer hält an. CDU-Politiker forderten, Touristen müssten für den Test selbst zahlen.

Die Diskussion über die seit Samstag vorgeschriebenen kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer hält an. CDU-Politiker forderten, Touristen müssten für den Test selbst zahlen. Der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, nannte die Testpflicht "Aktionismus". Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland überschritt zum dritten Mal in Folge die Schwelle von 1000.

Wer aus Risikogebieten nach Deutschland kommt, muss sich seit Samstag bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Der Test ist für die Betroffenen bis zu drei Tage nach der Ankunft kostenlos. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Kostenfreiheit zuletzt noch einmal verteidigt.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte dem "Spiegel", der Aufwand "für selbst gewählte Risiken kann nicht ständig auf die Gesellschaft abgewälzt werden". Vorübergehend sei die Regelung richtig, "um die sofortige Inanspruchnahme durch die Reisenden zu sichern". Für eine dauerhafte Lösung müsse aber über Alternativen nachgedacht werden, "zum Beispiel, ob die Kosten für die Tests auf die entsprechenden Flugtickets umgelegt werden".

Der designierte Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß stimmte zu. "Es ist nicht akzeptabel, dass die Kosten für die Tests allen Deutschen gleichermaßen aufgedrückt werden", sagte er dem "Spiegel". Auch er begrüßte die Testpflicht, forderte aber: "Wer einen Test benötigt, sollte auch für ihn bezahlen."

Hausärzte-Präsident Weigeldt kritisierte in der "Welt" vom Samstag, die von der Bundesregierung ausgewiesenen Risikogebiete seien "viel zu pauschal" eingeteilt worden. Viele Hausärzte seien nicht für einen riesigen "Ansturm von Testwilligen" ausgestattet.

Es sei zudem "absurd", dass Reiserückkehrer dem Arzt glaubhaft machen müssten, tatsächlich im Ausland gewesen zu sein - etwa durch einen Boarding-Pass oder eine Hotelrechnung. "Wir sind Ärzte, die dafür da sind, Menschen zu behandeln und nicht die Außenstelle des Bundesgesundheitsministeriums. Wie soll ich denn auch überhaupt eine Hotelrechnung überprüfen? Wer da wann genau wo gewesen ist?", sagte Weigeldt der Zeitung. "Das ist doch wahnwitzig."

Als Risikogebiete eingestuft sind die meisten Staaten der Erde, auch die USA oder Brasilien. In der EU hat das Robert-Koch-Institut Luxemburg, die belgische Region Antwerpen und einige Regionen Nordspaniens als Risikogebiet ausgewiesen, am Freitagabend kamen Gebiete in Rumänien und Bulgarien dazu, unter anderem in einer Urlaubsregion an der Schwarzmeerküste. Auch die vier türkischen Küstenprovinzen, für die keine Reisewarnung des Auswärtigen Amts mehr gilt, sind weiterhin als Risikogebiete eingestuft.

AFP

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