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Einigung im Tarifstreit bei Galeria Karstadt Kaufhof

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof haben in ihrem Tarifstreit eine Einigung erzielt.

Kaufhof-Filiale am Berliner Alexanderplatz

Kaufhof-Filiale am Berliner Alexanderplatz

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof haben in ihrem Tarifstreit eine Einigung erzielt. Wie Verdi am Freitag mitteilte, wurde für Kaufhof und Karstadt, die im Januar 2020 verschmolzen werden, ein Tarifvertrag vereinbart. Für Karstadt Sports und Karstadt Feinkost gibt es demnach "verbindliche Eckpunktepapiere", die eine Rückkehr zum Flächentarifvertrag fest vereinbaren.

Damit sei nach "schwierigen und langen Verhandlungen" eine Tariflösung für die insgesamt rund 25.600 Beschäftigten erreicht worden, erklärte Verdi. Die Arbeitgeberseite betonte, dass durch "die schnellen Fortschritte bei der Sanierung von Galeria Kaufhof und die Synergien aus der Fusion mit Karstadt" eine schnelle Anpassung des Gehalts und künftig "substanzielle Lohnsteigerungen" möglich würden.

Konkret sieht die Einigung nach Unternehmensangaben vor, dass das monatliche Entgelt der Karstadt-Beschäftigten um rund elf Prozent auf das Niveau der Kaufhof-Mitarbeiter angehoben wird. Für die Beschäftigten des fusionierenden Unternehmens sollen die Löhne dann nach einer Pause im kommenden Jahr 2021 um 0,3 Prozent, 2022 um 0,6 Prozent und 2023 um 0,9 Prozent oberhalb der Tarifabschlüsse des Einzelhandels wachsen.

Nach Angaben von Verdi hat der Tarifvertrag eine Laufzeit bis Ende 2024 und sieht im Detail auch vor, dass es eine "Standortsicherung für alle Filialen einschließlich der Doppel- und Mehrfachstandorte" gibt. Betriebsbedingte Kündigungen sind demnach bis Ende 2024 ausgeschlossen. Außerdem sollen mindestens 700 Millionen Euro bis September 2020 investiert werden.

Einen Beitrag zur Sanierung des Warenhausriesen leisten sollen demnach sowohl leitende Angestellte, die durchschnittlich auf rund elf Prozent ihres Einkommens verzichten, als auch die übrigen Mitarbeiter: Nach Angaben von Verdi verzichten die Beschäftigten für die Jahre 2020 bis 2024 auf die tariflichen Sonderzahlungen "Urlaubs- und Weihnachtsgeld". Eine verbindliche und vollständige Rückkehr in die Flächentarifverträge des Einzelhandels solle es dann ab Januar 2025 geben.

Mit der Einigung sind weitere Streiks in der Weihnachtszeit vom Tisch. Verdi hatte in der vergangenen Woche zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um "endlich zu einer Lösung zu kommen". Die Gewerkschaft forderte neben einer verbindlichen Rückkehr in den Flächentarifvertrag des Einzelhandels auch, dass der Eigentümer, der österreichische Investor René Benko, "Geld in die Hand nehmen" müsse, um in das Warenhaus zu investieren".

Der Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt war im November 2018 erfolgt. Nach Angaben von Verdi arbeiten bei Kaufhof und Karstadt in insgesamt 173 Filialen und der Zentrale knapp 22.200 Beschäftigte. Bei Karstadt Sports sind es in 30 Filialen rund 1200 Beschäftigte, bei Karstadt Feinkost in 51 Filialen rund 2200.

AFP

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