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Erdogan bekräftigt Forderung nach Auslieferung von Journalist Dündar

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Forderung nach einer Auslieferung des Journalisten Can Dündar bekräftigt.

Steinmeier (l.) und Erdogan in Schloss Bellevue

Steinmeier (l.) und Erdogan in Schloss Bellevue

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Forderung nach einer Auslieferung des Journalisten Can Dündar bekräftigt. Der frühere Chef der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" werde in Deutschland "auf dem Silbertablett herumgereicht", obwohl er in der Türkei zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, sagte Erdogan am Freitagabend beim Staatsbankett mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin. Trotz eines Auslieferungsabkommens weigere sich Deutschland, Dündar an die türkischen Behörden zu überstellen.

Steinmeier hatte sich zuvor in seiner Rede in Schloss Bellevue besorgt über die Inhaftierung von Journalisten, Gewerkschaftern, Wissenschaftlern und Intellektuellen in der Türkei geäußert.

Kurz vor Erdogans Staatsbesuchs in Berlin war bekannt geworden, dass er Anfang der Woche eine Liste mit 69 Gesuchten übermitteln ließ, die nach türkischem Willen von Deutschland ausgeliefert werden sollen. Zu den Genannten zählt auch Dündar. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Freitagmittag bei einer Pressekonferenz mit Erdogan betont, dass es über Dündar und "seinen Fall unterschiedliche Meinungen gibt zwischen mir und dem Präsidenten".

Dündar war wegen eines Berichts über geheime Waffenlieferungen der Türkei zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er lebt inzwischen in Deutschland.

AFP