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Erneut demonstrieren Tausende im Sudan für Einsetzung einer Zivilregierung

In Sudans Hauptstadt Khartum haben sich am Donnerstag erneut tausende Menschen vor dem Armeehauptquartier versammelt und für die Einsetzung einer Zivilregierung demonstriert.

Protest vor dem Armeehauptquartier in Khartum

Protest vor dem Armeehauptquartier in Khartum

In Sudans Hauptstadt Khartum haben sich am Donnerstag erneut tausende Menschen vor dem Armeehauptquartier versammelt und für die Einsetzung einer Zivilregierung demonstriert. Die Protestbewegung konnte mehr Menschen mobilisieren als in den vergangenen Tagen, wie AFP-Reporter berichteten. Der gestürzte Staatschef Omar al-Baschir soll indes wegen Geldwäsche und Terrorismus-Finanzierung verhört werden, wie staatliche Medien berichteten.

Die Allianz für Freiheit und Wandel, eine der einflussreichsten Gruppen der Protestbewegung, hatte für Donnerstag zu einem "Marsch der Million" aufgerufen, um den Druck auf den Militärrat zu erhöhen, der seit dem Sturz von al-Baschir an der Macht ist.

Auf den Brücken und Straßen rund um das militärische Hauptquartier waren deutlich mehr Demonstranten unterwegs als in den Tagen zuvor, wie AFP-Reporter berichteten. "Ob ihr stürzt oder nicht - wir bleiben", riefen die Menschen an den Militärrat gerichtet.

Die Armeeführung hatte gewarnt, sie werde kein "Chaos" zulassen, und die Demonstranten aufgerufen, Barrikaden rund um das Armeehauptquartier abzubauen und blockierte Straßen freizugeben. Seit Wochen blockieren tausende Menschen das Armeehauptquartier in Khartum. Viele von ihnen wollen erst gehen, wenn eine Zivilregierung an der Macht ist.

Die Allianz für Freiheit und Wandel überreichte der Militärführung zudem einen Vorschlag zu den Strukturen einer Zivilregierung. Eine Antwort der Armee-Vertreter werde innerhalb von 72 Stunden erwartet, erklärte Satea al-Hadsch, einer der Protest-Anführer. Der Militärrat teilte mit, er werde sich mit dem Vorschlag befassen.

Sudans Generalstaatsanwalt ordnete derweil eine Anhörung al-Baschirs an, wie die amtliche Nachrichtenagentur Suna am Donnerstag meldete. Der gestürzte Staatschef soll demnach wegen Geldwäsche und Terrorismus-Finanzierung befragt werden. Das Büro des Generalstaatsanwalts bestätigte den Bericht.

Am 11. April war der seit drei Jahrzehnten autoritär im Sudan herrschende Staatschef al-Baschir nach monatelangen Massenprotesten von der Armee gestürzt und wenig später in ein Gefängnis gebracht worden.

Nach al-Baschirs Entmachtung wurde für eine Übergangszeit von zwei Jahren der Militärrat eingesetzt. Die Protestbewegung sieht in diesem Gremium jedoch eine Fortsetzung der bisherigen Regierung.

AFP

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