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Erneut viele dezentrale Proteste gegen Staatschef Lukaschenko in Belarus

Demonstranten in Minsk am 30. November
Demonstranten in Minsk am 30. November
© © 2020 AFP
In Belarus haben Regierungsgegner am Sonntag erneut gegen den autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko protestiert.

In Belarus haben Regierungsgegner am Sonntag erneut gegen den autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko protestiert. "In Minsk und in anderen Städten haben sich die Demonstranten lokal in langen Menschenketten versammelt", hieß es in der oppositionellen Gruppe Nexta Live in dem Messengerdienst Telegram, mit deren Hilfe teilweise die Demonstrationen koordiniert werden. Laut der Menschenrechtsorganisation Viasna wurden mehr als hundert Menschen festgenommen.

Wie in der vergangenen Woche setzten die Demonstranten statt auf eine zentrale Großdemonstration auf kleinere Proteste, unter anderem in mehreren Stadtvierteln der Hauptstadt Minsk. Eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete, wie Sicherheitskräfte Menschenketten auch mit lediglich 10 bis 15 Menschen auflösten.

Auf den Straßen patrouillierte die Polizei in zivilen Fahrzeugen, um Demonstranten aufzuspüren. Wie in den vergangenen Wochen wurde das Mobilfunknetz gedrosselt und U-Bahn-Stationen abgesperrt.

"Jeder Marsch ist eine Erinnerung daran, dass sich die Belarussen nicht ergeben werden. Wir werden nicht zulassen, dass uns unsere Rechte weggenommen werden und vor Verbrechen die Augen verschließen", schrieb die im litauischen Exil lebende Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja auf Telegram.

Seit der von massiven Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahl am 9. August gibt es in Belarus Massenproteste. Auf dem Höhepunkt der Proteste gegen den 66-jährigen Lukaschenko waren in Minsk jeden Sonntag mehr als 100.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Die Sicherheitskräfte gehen gewaltsam gegen die friedlichen Demonstranten vor. Zuletzt hatte der Tod des Künstlers und Aktivisten Roman Bondarenko nach seiner Festnahme für Erschütterung gesorgt. An der Beerdigung Bondarenkos Mitte November nahmen 5000 Menschen teil.

AFP

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