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Erneut Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in Beirut

Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Beirut
Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Beirut
© © 2019 AFP
In Libanons Hauptstadt Beirut ist es am zweiten Abend in Folge zu gewalttätigen Konfrontationen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen.

In Libanons Hauptstadt Beirut ist es am zweiten Abend in Folge zu gewalttätigen Konfrontationen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen. Nahe des Parlamentsgebäudes bewarfen Demonstranten die Sicherheitskräfte am Sonntag mit Wasserflaschen und Knallkörpern, diese antworteten mit Tränengas und Wasserwerfern, wie ein AFP-Fotograf beobachtete. Angaben zu möglichen Verletzten lagen zunächst nicht vor.

Am Vorabend waren bei den Konfrontationen dutzende Menschen verletzt worden. Der libanesische Zivilschutz brachte nach eigenen Angaben 36 Menschen ins Krankenhaus und behandelte 54 weitere vor Ort. Das libanesische Rote Kreuz teilte seinerseits mit, es habe 15 Verletzte ins Krankenhaus transportiert und Erste Hilfe bei 37 anderen Menschen vor Ort geleistet.

Verletzte gab es am Samstag auch in den Reihen der Sicherheitskräfte. Sie teilten mit, etwa 20 ihrer Mitglieder seien in Krankenhaus eingeliefert worden.

Am Sonntagabend versammelten sich dann erneut tausende Demonstranten im Stadtzentrum. Die Proteste fanden in Vorfeld von am Montag beginnenden Parlamentsberatungen über die Neubesetzung des Postens des Ministerpräsidenten statt. Die Demonstranten lehnen eine mögliche Neuernennung des bisherigen Regierungschefs Saad Hariri ab. Sie fordern ein Kabinett aus unabhängigen Fachleuten.

Im Libanon gibt es seit Oktober Proteste gegen die politische Klasse, die aus Sicht der Demonstranten für die verbreitete Korruption und Misswirtschaft verantwortlich ist. Hariri war am 29. Oktober unter dem Druck der Proteste zurückgetreten, ist jedoch noch geschäftsführend im Amt. Die Verhandlungen über die Bildung eines neuen Kabinetts ziehen sich hin, während sich die wirtschaftliche und finanzielle Lage weiter zuspitzt.

AFP

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