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EU einigt sich auf neue Energielabel für Elektrogeräte

Für Fernseher, Kühlschränke oder Waschmaschinen soll es in der EU künftig verständlichere und verbraucherfreundlichere Energielabel geben.

Neue Energielabel in der EU geplant

Neue Energielabel in der EU geplant

Für Fernseher, Kühlschränke oder Waschmaschinen soll es in der EU künftig verständlichere und verbraucherfreundlichere Energielabel geben. EU-Parlament, Mitgliedstaaten und Kommission einigten sich am Dienstag auf ein vereinfachtes Kennzeichnungssystem. Parlament und Mitgliedstaaten müssen dem Kompromiss noch formal zustimmen. Die neuen Regeln sollen ab 2020 in Kraft treten.

Mit der Neuregelung wird eine einheitliche Skala von A bis G geschaffen. A ist die beste Note für besonders sparsame Geräte, G die schlechteste. Diese Kennzeichnung löst die bisherige kompliziertere Unterteilung von A+++ bis D ab. Durch die Kombination von Buchstaben und Pluszeichen war es für Verbraucher zum Beispiel nur schwer ersichtlich, dass der Unterschied zwischen Geräten mit der Kennzeichnung A und A+ genauso groß war wie zwischen Geräten der Kategorien A und B.

Darüber hinaus führen die Mitgliedstaaten eine Datenbank zur Registrierung von Produkten ein, um Marktüberwachungen zu erleichtern. Zudem sollen Verbraucher über ein öffentliches Verzeichnis mit allen Energielabeln leichter die Effizienz ihrer Haushaltsgeräte vergleichen können.

Die erklärte, die Einigung stärke die "Macht der Verbraucher". Nach Angaben der Behörde achten 85 Prozent der Verbraucher beim Kauf neuer Geräte auf die Energieklassen.

Das alte System war 1990 eingeführt worden. Durch immer neue technische Innovationen erreichten zunehmend Produkte die höchste Energieeffizienzklasse. Produkte mit der Effizienzklasse A waren demnach zwar sparsam, Geräte mit dem Zeichen A+++ verbrauchten aber noch deutlich weniger Strom. Die EU-Kommission schlug deshalb im Juli 2015 eine Neuordnung der Label für vor. Damit die Energieklassen nicht wieder verwässert werden können, ist eine regelmäßige Überprüfung vorgesehen.

Der Europäische Verbraucherverband Beuc begrüßte die Einigung: "Das einfach zu verstehende A-G-Label kommt zurück in die Läden und ersetzt die irreführenden Pluslabel", sagte Sylvia Maurer, Beuc-Direktorin für Nachhaltigkeit und Sicherheit.

Auch der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, Herbert Reul, bewertete die Neuordnung positiv: "Wenn so gut wie alle auf dem Markt befindlichen Produkte mit 'A++' oder 'A+++' gekennzeichnet sind, wie es bei einigen Produktgruppen zuletzt der Fall war, ist der Mehrwert des EU-Energielabels begrenzt."

Die Grünen-Fraktion bemängelte hingegen, dass keine verbindlichen Regeln zu möglichen Tests der Energieeffizienz von Geräten vorgesehen ist. Darüber hinaus können Verbraucher keine Erstattung des Kaufpreises fordern, wenn ein Produkt falsch gekennzeichnet wurde.

Nach der formalen Zustimmung von Parlament und Mitgliedstaaten kann die Neuregelung in Kraft treten. Für Geräte wie Kühlschränke, Fernseher und Lampen soll sie ab 2020 gelten. Andere Produkte wie Staubsauger bekommen erst später die neuen Energieauszeichnungen, Heizungen und Boiler sogar erst nach 2030. Diese werden erst seit 2015 mit einem Energielabel wie Elektrogeräte versehen.

Die Energiesparlabel sind Teil der Klimastrategie der . Eines der Ziele sieht vor, die Energieeffizienz in der EU bis 2030 um 27 Prozent zu erhöhen. 2020 wollen die Mitgliedstaaten darüber beraten, ob der Zielwert auf 30 Prozent angehoben werden soll.

AFP