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EU-Kommission senkt Konjunkturprognosen für Eurozone weiter ab

Die EU-Kommission hat in ihrer Herbstprognose die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone erneut heruntergeschraubt.

Das Wirtschaftswachstum schwächt sich ab

Das Wirtschaftswachstum schwächt sich ab

Die EU-Kommission hat in ihrer Herbstprognose die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone erneut heruntergeschraubt. Im kommenden Jahr sei von einer Zunahme der Wirtschaftsleistung in der Währungsunion von nur noch 1,2 Prozent auszugehen, erklärte die Brüsseler Behörde am Donnerstag. Im Sommer hatte die Kommission noch 1,4 Prozent prognostiziert, in früheren Vorhersagen noch höhere Wachstumsraten.

Die Kommission hob hervor, dass die Wirtschaft voraussichtlich das siebte Jahr in Folge wachsen werde und das in allen 19 Euro-Ländern. Auch die Situation am Arbeitsmarkt ist demnach positiv zu bewerten. Problematisch sei hingegen die Lage der Weltwirtschaft, wo große Unsicherheit herrsche. "Der europäischen Wirtschaft könnte daher eine längere Phase mit gedämpfterem Wachstum und geringer Inflation bevorstehen", warnte die Behörde.

Die exportstarke deutsche Wirtschaft leidet demnach besonders unter Handelskonflikten, geopolitischen Spannungen und der anhaltenden Schwäche des verarbeitenden Gewerbes. Für Deutschland senkte die Kommission die Wachstumserwartungen für 2020 daher deutlich von zuletzt 1,4 Prozent auf 1,0 Prozent herab. Dennoch könne sich Deutschland auf eine robuste Binnennachfrage und steigende Löhne verlassen.

Für Italien geht Brüssel von sehr schlechten Wachstumsaussichten aus. Für 2020 sei von 0,4 Prozent statt zuvor prognostizierten 0,7 Prozent Wachstum auszugehen.

Die Staatsverschuldung werde mit 136,8 Prozent der Wirtschaftsleistung ein neues Rekordniveau erreichen und 2021 weiter auf 137,4 Prozent steigen. Der für den Euro zuständige Kommissionsvize Valdis Dombrovskis rief alle hoch verschuldeten EU-Länder "dringend" auf, "die vorsichtige Finanzpolitik fortzusetzen und die Schuldenstände kontinuierlich abzubauen".

AFP

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