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EU-Parlament ehrt inhaftierten ukrainischen Filmemacher mit dem Sacharow-Preis

Der in Russland inhaftierte und nach einem monatelangen Hungerstreik schwer kranke ukrainische Filmemacher Oleg Senzow ist mit dem diesjährigen Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit des

Senzow im Juli 2015 vor Gericht

Senzow im Juli 2015 vor Gericht

Der in Russland inhaftierte und nach einem monatelangen Hungerstreik schwer kranke ukrainische Filmemacher Oleg Senzow ist mit dem diesjährigen Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit des Europaparlaments ausgezeichnet worden. Damit werde der "Mut und die Entschlossenheit" des Regisseurs gewürdigt, sagte Parlamentspräsident Antonio Tajani am Donnerstag im Straßburger Plenarsaal unter tosendem Applaus der Abgeordneten. Senzow sei zu einem "Symbol für die Befreiung von politischen Gefangenen in Russland und in der Welt" geworden.

Tajani forderte Moskau auf, den in einer sibirischen Strafkolonie inhaftierten Filmemacher unverzüglich freizulassen. Senzow sei nach dem langen Hungerstreik schwer krank, mit seiner Aktion habe er sein Leben in Gefahr gebracht.

Eine Cousine des Preisträgers äußerte sich "glücklich". Senzow habe den Preis verdient, schrieb Natalia Kaplan in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP. "Ich hoffe, das wird ihm helfen, weiter stark zu bleiben."

Der 42 Jahre alte Filmemacher habe gegen die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim protestiert, betonte der slowenische Christdemokrat Eduard Kukan. Deswegen sei er festgenommen worden.

Senzow sei zur Stimme von rund 70 anderen Ukrainern geworden, die aus politischen Gründen und unter unmenschlichen Bedingungen in russischen Gefängnissen inhaftiert seien, sagte der CDU-Abgeordnete Michael Gahler. Mit dem Preis sende das Europaparlament eine klare Botschaft an Moskau, betonte die SPD-Abgeordnete Petra Kammerevert. "Wir vergessen die Krim und die ukrainischen Bürger nicht."

Senzow war im Mai 2014 festgenommen worden, nachdem er öffentlich gegen die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland protestiert hatte. Anschließend wurde er in einem international kritisierten Prozess wegen Zugehörigkeit zu einer terroristischen Organisation zu 20 Jahren Haft verurteilt. Anfang Oktober stellte er nach 145 Tagen seinen Hungerstreik ein, um nicht zwangsernährt zu werden. Seinen Angehörigen zufolge schwebt er in Lebensgefahr.

Im Rennen um den Preis waren auch elf Hilfsorganisationen, die im Mittelmeer Flüchtlinge retten, sowie der ebenfalls inhaftierte marokkanische Menschenrechtsaktivist Nassar Zefzafi. Die Preisverleihung ist am 12. Dezember in Straßburg geplant. Dass Russland den inhaftierten Preisträger dazu ausreisen lässt, gilt als unwahrscheinlich.

Der nach dem verstorbenen russischen Dissidenten und Physiker Andrej Sacharow benannte und mit 50.000 Euro dotierte Preis wird vom Europaparlament seit 1988 an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzen. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die "demokratische Opposition" in Venezuela.

Zu den früheren Preisträgern gehören der saudiarabische Blogger Raif Badawi, der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela, der Vater des Prager Frühlings, Alexander Dubcek, sowie die jesidische Aktivistin Nadia Murad und der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege. Murad und Mukwege erhielten für ihr Engagement gegen sexuelle Gewalt Anfang Oktober auch den diesjährigen Friedensnobelpreis.

AFP

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