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Europäischer Automarkt in der Rezession

Schlechte Zeiten für Autohändler in Europa: Die Zahl der Neuzulassungen ist im März zum siebten Mal in Folge zurückgegangen.

Citroen auf der Automesse Shanghai

Citroen auf der Automesse Shanghai

Schlechte Zeiten für Autohändler in Europa: Die Zahl der Neuzulassungen ist im März zum siebten Mal in Folge zurückgegangen. Wie der europäische Herstellerverband ACEA am Mittwoch mitteilte, kamen 1,72 Millionen Autos neu auf die Straßen - 3,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Im gesamten ersten Quartal beträgt der Rückgang damit 3,3 Prozent.

"In allen großen Märkten der Europäischen Union geht die Nachfrage zurück", erklärte ACEA. Am stärksten war der Rückgang in Italien (-9,6 Prozent) vor Spanien (-4,3 Prozent), Großbritannien (-3,4 Prozent), Frankreich (-2,3% Prozent) und Deutschland (-0,5 Prozent).

Waren in den vergangenen Monaten vor allem Hersteller-Probleme bei der Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP die Ursache für den Rückgang, spielen laut dem Marktanalysten Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY nun vor allem konjunkturelle Gründe eine Rolle. "Gerade in den südeuropäischen Ländern verliert die Konjunktur an Kraft, Italien rutscht sogar in die Rezession", erklärte er. "In dem Maß, wie sich die wirtschaftlichen Perspektiven verdüstern, trüben sich auch die Aussichten für den Neuwagenmarkt ein."

Marktführer bleibt die Volkswagen-Gruppe mit einem Anteil von 23,2 Prozent. Dabei verlor die Kernmarke VW, während Audi und Seat hinzulegen konnten. Unterm Strich bleibt ein Minus von 1,1 Prozent. Dahinter kam die französische PSA-Gruppe mit 16,3 Prozent vor Renault mit 10,4 Prozent.

ACEA glaubt, dass der Neuwagenmarkt dieses Jahr "bestenfalls stabil" sein wird und rechnet mit einem Wachstum von weniger als einem Prozent. Fuß hingegen erklärte: "Der Trend zeigt klar nach unten, die Risiken steigen." Positive Impulse – etwa eine Einigung im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit oder ein Brexit-Deal – seien "derzeit eher unwahrscheinlich".

Schlechte Nachrichten auch für Diesel-Hersteller: Wie EY berechnete, sank der Anteil der Diesel an den Neuzulassungen im ersten Quartal in den fünf größten Märkten von 38 auf 32 Prozent Marktanteil. Einzige Ausnahme ist dabei Deutschland, wo der Selbstzünder drei Prozent Marktanteil zurückgewinnen konnte. Fuß glaubt allerdings, "dass wir es in Deutschland eher mit einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau zu tun haben als mit einer Renaissance des Diesels".

Der Marktanteil von Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen kletterte in den Top-5-Märkten von 1,6 auf 1,9 Prozent. Insgesamt wurden in den fünf Ländern gut 26.000 E-Autos neu zugelassen – bei etwa 1,3 Millionen Pkw-Neuzulassungen. "Noch ist die Zahl verfügbarer Modelle sehr gering", erklärte Fuß. Im Lauf dieses und des kommenden Jahres würden allerdings zahlreiche "sehr interessante" E-Autos auf den Markt kommen.

AFP

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