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Facebook setzt auf schärfere Abwehr von politischer Manipulation

Das Onlinenetzwerk Facebook will sich stärker gegen politische Irreführung durch manipulative Werbeanzeigen wehren.

Facebook testet im Kampf gegen Fake News neuen Button

Facebook testet im Kampf gegen Fake News neuen Button

Das Onlinenetzwerk will sich stärker gegen politische Irreführung durch manipulative Werbeanzeigen wehren. Der Konzern kündigte am Montag (Ortszeit) die Einstellung von tausend neuen Mitarbeitern an, die Anzeigen auf mögliche Verstöße gegen die Geschäftsbedingungen prüfen sollen.

Zudem solle mehr Geld in die automatische Erkennung manipulativer Anzeigen gesteckt werden, erklärte das Unternehmen. Künftig müssten zudem jene Kunden, die Anzeigen in Zusammenhang mit Wahlen in den schalten wollen, die Unternehmen oder Organisationen offenlegen, für die sie tätig sind.

Facebook sprach von "aggressiven Schritten", mit denen die politische Transparenz erhöht werden soll. Vorangegangen waren Enthüllungen, denen zufolge in dem Netzwerk während des US-Präsidentschaftswahlkampfs mutmaßlich russisch finanzierte geschaltet wurden, die den Wahlkampf manipulieren sollten.

"Die Umsetzung wird niemals perfekt sein, aber wir werden uns verbessern, wenn es darum geht, unangemessene Anzeigen aufzuspüren und zu entfernen", erklärte Facebook-Vizepräsident Joel Kaplan zur Bekanntgabe der neuen Maßnahmen.

Kaplan gab zudem bekannt, dass Facebook inzwischen wie angekündigt dem US-Kongress die auffällig gewordenen Werbeanzeigen zur weiteren Prüfung übergeben habe. Die Spuren reichten nach Russland und führten oftmals zu nicht authentischen Accounts, erklärte Kaplan. Viele dieser Anzeigen hätten offenbar das Ziel gehabt, "ethische und soziale Spannungen zu vergrößern".

Die US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich im vergangenen Jahr in den US- eingemischt zu haben, um dem Republikaner Donald Trump zum Sieg über seine demokratische Rivalin Hillary Clinton zu verhelfen. Facebook hatte Anfang September erklärt, es habe bei einer internen Untersuchung 470 Konten ausgemacht, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 insgesamt fast 100.000 Dollar (rund 84.000 Euro) für Anzeigen ausgegeben hätten, mit denen unter anderem Falschinformationen verbreitet wurden.

AFP