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Familienministerin Giffey fordert konkreten Zeitplan für Öffnung von Kitas

Desinfizierung von Spielzeug in einem Kindergarten in Magdeburg
Desinfizierung von Spielzeug in einem Kindergarten in Magdeburg
© © 2020 AFP
Vor Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder an diesem Mittwoch zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise mehren sich die Rufe nach einer bundesweiten

Vor Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder an diesem Mittwoch zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise mehren sich die Rufe nach einer bundesweiten Wiedereröffnung der Kitas. Die Länderchefs sollten sich auf einen Zeitplan für die schrittweise Öffnung der Kitas einigen, forderte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) in den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Es müssten konkrete Zeitpunkte für die nächsten Stufen, also die erweiterte Notbetreuung und den eingeschränkten Regelbetrieb in den Kitas wie in der Kindertagespflege, festgelegt werden, sagte die Ministerin. Da das Infektionsgeschehen von Region zu Region sehr unterschiedlich sei, müsse es auch die Möglichkeit geben, dass einige Länder schneller zu einem eingeschränkten Regelbetrieb übergehen könnten als andere.

Gerade für die Vorschulgruppen seien die letzten Kita-Wochen vor den Sommerferien "sehr wichtig", unterstrich die Ministerin. Deshalb solle jedes Vorschulkind vor dem Sommer noch einmal in seine Kita gehen. "Ohne einen ordentlichen Abschied von der Kita ist auch ein guter Anfang in der Grundschule nur schwer möglich", sagte die SPD-Politikerin.

Auch Grünen-Chefin Annalena Baerbock forderte Bundesregierung und Länderchefs auf, zügig die Weichen für eine schrittweise Rückkehr von Kindern in Kitas ebenso wie Schulen zu stellen. Sie erwarte eine "klare Zusage", dass jedes Kind in den nächsten Wochen zumindest stunden- oder tageweise noch in Kleingruppen in seine Kita oder Schule zurückkehren könne, sagte Baerbock den Funke-Zeitungen. Job plus Vollzeit-Kinderbetreuung sei für berufstätige Eltern eine Mammut-Aufgabe, die kaum über mehrere Monate zu stemmen sei.

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, drängte zu einem raschen und auch bundesweit einheitlichen Vorgehen bei der Öffnung von Kitas und Grundschulen. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" kritisierte er den deutschlandweiten Flickenteppich: "Es streiten nicht nur die Länderchefs untereinander, auch jeder Landrat und Bürgermeister bastelt sich eigene Regeln." Dadurch gehe wertvolle Zeit zum Schaden der Kinder und Jugendlichen verloren.

Von der Telefonkonferenz zwischen Merkel und den Länderchefs (11.00 Uhr) werden Beschlüsse über weitere Lockerungen der Corona-Restriktionen erwartet. Neben Schulen und Kitas soll es dabei auch um Sportveranstaltungen wie etwa Spiele der Fußball-Bundesliga gehen.

AFP

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