HOME

Fast die Hälfte der Getesteten auf "Grand Princess" mit Coronavirus infiziert

Auf dem vor Kalifornien festsitzenden Kreuzfahrtschiff "Grand Princess" ist bei ersten Untersuchungen bei fast der Hälfte der getesteten Menschen eine Coronavirus-Infektion festgestellt worden.

Die "Grand Princess"

Die "Grand Princess"

Auf dem vor Kalifornien festsitzenden Kreuzfahrtschiff "Grand Princess" ist bei ersten Untersuchungen bei fast der Hälfte der getesteten Menschen eine Coronavirus-Infektion festgestellt worden. Bei 46 Tests seien 21 Infektionen bestätigt worden, teilte US-Vizepräsident Mike Pence mit, der von einer hohen Zahl an Infizierten unter den 3533 Menschen an Bord ausgeht. In Italien ordnete die Regierung neue Notmaßnahmen an, unter anderem werden seit Samstag Ärzte im Ruhestand reaktiviert.

Die bisher nachgewiesenen Infektionen auf der "Grand Princess" betreffen 19 Besatzungsmitglieder und zwei Passagiere. Es sollten alle Menschen an Bord getestet und bei Bedarf auf dem Schiff unter Quarantäne gestellt werden, sagte Pence, der von US-Präsident Donald Trump mit der Koordination der Maßnahmen gegen die Epidemie beauftragt worden war. Er erwartet vor allem unter den rund 1100 Besatzungsmitgliedern eine hohe Zahl an Infizierten. Die "Grand Princess" liegt seit Mittwoch vor San Francisco, nachdem bei zwei zuvor auf dem Schiff reisenden Menschen eine Coronavirus-Infektion festgestellt worden war.

Im Kampf gegen die Epidemie will Pence vier Millionen Testsets in die betroffenen Bundesstaaten liefern lassen. Erstmals wurden inzwischen auch Todesfälle von der Ostküste des Landes gemeldet: In Florida starben zwei Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in den USA auf 16. Mehr als 200 Menschen sind infiziert.

Weltweit wurden inzwischen laut einer auf offiziellen Angaben beruhenden AFP-Zählung mehr als 102.000 Infektionen gemeldet, mehr als 3500 Menschen starben an der erstmals in China aufgetretenen Krankheit. In der Volksrepublik ging die Zahl der Neu-Infektionen am Samstag allerdings den dritten Tag in Folge zurück.

Zu den größten Krisenherden außerhalb Chinas zählen Südkorea und der Iran. In Südkorea wurden am Samstag zwei komplette Wohnblocks in der Millionenstadt Daegu abgeriegelt. Unter den 140 Bewohnern sind 94 Anhänger der christlichen Sekte Shincheonji Church of Jesus, mit der die meisten der knapp 6800 Infektionsfälle in Südkorea im Zusammenhang stehen.

Im Iran stieg die Zahl der Todesfälle nach Angaben des Gesundheitsministeriums um 21 auf insgesamt 145. Die Zahl der Infektionen erhöhte sich binnen 24 Stunden um mehr als tausend auf insgesamt 5823.

Der größte Infektionsherd in Europa ist Italien, wo das Kabinett in einer nächtlichen Krisensitzung neue Maßnahmen beschloss: So begann die Regierung am Samstag damit, Ärzte aus dem Ruhestand zu holen. Insgesamt sollen 20.000 neue Mitarbeiter für das Gesundheitssystem rekrutiert werden, vor allem Krankenschwestern und -pfleger. Zudem soll in den kommenden Tagen die Zahl der Betten in den Intensivstationen von 5000 auf 7500 erhöht werden.

In Italien gibt es mehr als 4600 Infizierte. Die Zahl der Todesopfer war am Freitag auf 197 gestiegen. Das waren 49 mehr als noch am Donnerstag, was den höchsten Sprung seit dem ersten Auftreten des Virus in Italien bedeutet.

Angesichts der Lage wird der Papst sein traditionelles Angelus-Gebet am Sonntag nicht wie üblich persönlich vom Fenster aus sprechen. Vielmehr wird der 83-Jährige in seiner Bibliothek sitzen, sein Gebet wird nach Angaben des Vatikan live auf Leinwände auf den Petersplatz übertragen.

In Deutschland stieg die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bis Samstag auf 684. Nach wie vor gibt es in Nordrhein-Westfalen mit Abstand die meisten Fälle. Inzwischen sind alle Bundesländer außer Sachsen-Anhalt betroffen.

Wegen der vielen Infektionen wurde Deutschland ebenso wie acht weitere Staaten von der UNO gebeten, die Rotation ihrer Soldaten bei UN-Friedensmissionen um drei Monate zu verlängern. So solle die Epidemie von den insgesamt 100.000 weltweit tätigen Blauhelmsoldaten ferngehalten werden, hieß es aus Diplomatenkreisen. Außer an Deutschland sei die Aufforderung unter anderem auch an China, Südkorea und Italien gegangen.

Saudi-Arabien hob derweil die am Mittwoch erlassenen Beschränkungen für den muslimischen Wallfahrtsort Mekka teilweise wieder auf. Gläubige dürfen jetzt zumindest wieder auf das Gelände rings um die Kaaba, die Pilgerstätte im Inneren der großen Moschee von Mekka.

AFP

Das könnte sie auch interessieren