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Felipe VI. ruft Landsleute in Corona-Krise zu Solidarität auf

Der spanische König Felipe VI. hat an die Bürger appelliert, in der Corona-Krise die tiefen politischen Spaltungen des Landes zu überwinden.

Spanien König Felipe VI. bei seiner Fernsehansprache

Spanien König Felipe VI. bei seiner Fernsehansprache

Der spanische König Felipe VI. hat an die Bürger appelliert, in der Corona-Krise die tiefen politischen Spaltungen des Landes zu überwinden. "Wir müssen jetzt unsere Differenzen beiseite lassen", sagte der König am Mittwochabend in einer Fernsehansprache. Die Bürger müssten sich mit dem gemeinsamen Ziel vereinen, die durch die Pandemie entstandene "schwere Situation zu bewältigen".

Die Corona-Krise werde die spanische Gesellschaft "stärker" und "solidarischer" machen, versicherte Felipe VI. Vor allem der Konflikt um die Region Katalonien, in der Teile der Politik und Gesellschaft nach der Unabhängigkeit streben, hat in den vergangenen Jahren die politischen Polarisierungen in Spanien stark verschärft.

In der Corona-Krise ist Spanien weltweit eines der am stärksten betroffenen Länder. Nach China, Italien und dem Iran steht es bei der Zahl der Infektionen an vierter Stelle. Trotz einer von der Regierung verhängten Ausgangssperre, die ähnlich strikt wie in Italien ist, schnellten die Infektionszahlen zuletzt weiter hoch. Es gibt inzwischen fast 14.000 bestätigte Corona-Ansteckungsfälle und rund 600 Todesfälle.

Während Felipe VI. die Bürger zur Solidarität aufrief, war in mehreren Vierteln von Barcelona und Madrid der Lärm von Topfschlagen zu hören. Mit der über die Onlinenetzwerke lancierten Aktion protestierten Bürger gegen Felipes Vater Juan Carlos. Der frühere König steht unter Korruptionsverdacht.

Laut der Internetkampagne sollte das Topfschlagen die Forderung unterstreichen, dass Juan Carlos 90 Millionen Euro von einem mutmaßlichen Geheimkonto in der Schweiz an das spanische Gesundheitswesen für die Bekämpfung der Pandemie spendet.

Felipe VI. war erst kürzlich auf strikte Distanz zu seinem skandalumrankten Vater gegangen. So strich er Juan Carlos die Zahlungen durch das Königshaus, die dieser seit seinem Rückzug vom Thron im Jahr 2014 weiterhin bezog.

Die Entscheidungen des Königs folgten auf Medienberichte über mutmaßliche Geldflüsse aus Saudi-Arabien an seinen Vater. Die Schweizer Zeitung "Tribune de Genève" hatte Anfang des Monats berichtet, dass Juan Carlos 100 Millionen Dollar (90 Millionen Euro) auf einem Schweizer Konto vom saudiarabischen Königshaus empfangen habe. Auf dieses mutmaßliche Geheimkonto nahmen die Protestaktionen vom Mittwoch Bezug.

AFP

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