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Feuerwehr kämpft weiter gegen Waldbrände in Ostdeutschland

Einsatz gegen das Feuer in der Böhmischen Schweiz
Einsatz gegen das Feuer in der Böhmischen Schweiz
© AFP
Zwei große Waldbrände im Osten Deutschlands haben am Freitag weiter hunderte Feuerwehrkräfte in Atem gehalten. In Sachsen war die Lage "sehr, sehr angespannt", wie eine Sprecherin des Landratsamts Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sagte. Im betroffenen Gebiet im Nationalpark Sächsische Schweiz konnten demnach zwar kleine Brände gelöscht werden, gleichzeitig wurden aber neue Brandherde entdeckt. In Brandenburg bereiteten hingegen Glutnester Sorge.

In Sachsen konnten die Brandstellen mithilfe von Satellitendaten flächenmäßig eingegrenzt werden. Betroffen waren demnach insgesamt 150 statt wie zuvor angenommen 250 Hektar. Für die am Rand des Nationalparks gelegene Stadt Sebnitz löste der Landkreis trotzdem Katastrophenalarm aus. Grund seien Brandnester, die jenseits des Flusses Kirnitzsch entdeckt wurden. Eine Gefahr der Ausbreitung auf angrenzende Häuser liege nicht vor. Durch die Auslösung des Alarms könnten jedoch Einsatzkräfte besser koordiniert werden, hieß es.

Der Landkreis warnte außerdem Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen vor einer "erhöhten Belastung der Atemwege durch witterungs- und brandbedingte Rauchbelastung". Körperliche Anstrengungen im Freien sollten weitestgehend vermieden werden, hieß es weiter.

Insgesamt waren mehr als 400 Kräfte im Einsatz, unterstützt wurden sie von zwei Wasserwerfern der Landespolizei sowie insgesamt 13 Hubschraubern von Bundeswehr, Polizei und einer privaten Firma. Das Wasser dafür pumpten rund 80 Kräfte des Technischen Hilfswerks mit sechs Pumpen aus der Elbe und förderten es anschließend über sechs Kilometer an den Waldrand. Ein Teilstück des Flusses wurde deshalb am Donnerstag gesperrt.

Der Brand war am Sonntagmorgen im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz ausgebrochen und griff dann auf deutsches Gebiet über. Mitte der Woche entspannte sich die Lage den Behörden zufolge zuerst. Aufgrund drehenden Winds weitete sich der Brand jedoch dann wieder aus.

In Brandenburg war der Großbrand in der Nähe der Stand Falkenberg den Behörden zufolge hingegen unter Kontrolle. Die aktuelle Herausforderung bestehe darin, Glutnester rechtzeitig aufzuspüren und zu bekämpfen, teilte der Landkreis Elbe-Elster am Freitag mit. Damit solle verhindert werden, dass wieder offenes Feuer entsteht. Am Donnerstag war das mehrfach passiert - Glutnester waren wieder aufgeflammt.

Die 360 Einsatzkräfte konzentrierten sich den Angaben zufolge am Nachmittag darauf, den Brand auf insgesamt rund 430 Hektar vom Boden aus zu bekämpfen. Mittlerweile zwei Pionierpanzer der Bundeswehr unterstützen sie dabei beim Schneisen- und Wegebau. Es seien so eine ganze Reihe von breiten Wegen im Brandgebiet entstanden. Auf diesen könnten die Löschkräfte problemlos durch das unwegsame Gelände zu möglichen Brandstellen kommen, hieß es.

Eine Spezialfirma begann zudem am Morgen damit, auf einer Gesamtlänge von 1300 Metern an der Bundesstraße 183 Vegetation gezielt abzubrennen. Dadurch sollte ein Übergriff des Feuers auf die andere Straßenseite dauerhaft verhindert werden.

Unterstützung lieferten auch sechs Bundeswehrhubschrauber. Diese starteten am Morgen mit dem Löscheinsatz, pausierten aber am Nachmittag. Sie stünden in Bereitschaft, um "jederzeit ins Löschgeschehen eingreifen zu können", hieß es. Im Einsatz waren zudem unter anderem Wasserwerfer der Polizei und ein Löschpanzer aus Sachsen, der in dem munitionsbelastetem Gebiet bei der Brandbekämpfung helfen sollte.

Die Behörden hatten am Montagnachmittag eine Großschadenslage ausgerufen. Das aus zunächst unbekannter Ursache ausgebrochene Feuer in einem Waldgebiet mit Windkraftanlagen breitete sich - angetrieben durch heftige Sturmböen - rasch aus. Auch brannte eine Schweinemastanlage nieder. Zwischenzeitlich wurden mehrere Ortschaften evakuiert.

AFP

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