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Fillon versucht Rückhalt seiner konservativen Partei zurückzugewinnen

Der französische Konservative François Fillon will nach dem gewonnenen Machtkampf um seine Präsidentschaftskandidatur die Partei wieder geschlossen hinter sich bringen.

Fillon vor wenigen Tagen bei einer Wahlkundgebung

Fillon vor wenigen Tagen bei einer Wahlkundgebung

Der französische Konservative will nach dem gewonnenen Machtkampf um seine Präsidentschaftskandidatur die Partei wieder geschlossen hinter sich bringen. Fillon nahm nach Parteiangaben vom Dienstag Kontakt zu mehreren abtrünnigen Politikern seiner konservativen Republikaner auf. "Es gibt jetzt nur einen Kandidaten, es ist keine andere Lösung vorstellbar", sagte Republikaner-Generalsekretär Bernard Accoyer.

Die Parteiführung der hatte sich am Montagabend geschlossen hinter ihren wegen einer Scheinbeschäftigungsaffäre angeschlagenen Präsidentschaftskandidaten gestellt. Zuvor hatte der frühere Premierminister Alain Juppé endgültig ausgeschlossen, als Ersatzkandidat für Fillon bereit zu stehen. Damit platzten die Hoffnungen vieler Konservativer auf einen "Plan B". Auch ein Versuch aus dem Lager von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy, Fillon zum Rückzug zu bewegen, schlug fehl.

"Es gibt keine Alternative zu François Fillon", sagte der konservative Senatspräsident Gérard Larcher am Dienstag im Sender France Inter. "Die Debatte ist beendet." Noch am Dienstag oder am Mittwoch könnten sich Fillon, und Sarkozy zu einem Gespräch treffen, um ein Zeichen der Geschlossenheit auszusenden.

Der lange als Präsidentschaftsfavorit gehandelte Fillon ist wegen der Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Ehefrau Penelope in Umfragen abgestürzt. Die Justiz ermittelt wegen des Verdachts der Veruntreuung von Staatsgeldern. Aus Sorge vor einer Niederlage bei der in weniger als sieben Wochen wandten sich viele Parteifreunde von Fillon ab und forderten seinen Rückzug.

Fillon hat dies aber eisern verweigert - und setzte sich im Ringen um seine Kandidatur durch. Noch aber gibt es bei den Republikanern viele Vorbehalte gegen Fillon, gegen den in einer Woche ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden dürfte.

Seinem Ansehen hat die Affäre schwer geschadet: Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Opinionway würde der konservative Kandidat in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 23. April mit nur 20 Prozent ausscheiden.

In die Stichwahl kämen demnach die rechtsextreme Front-National-Chefin Marine Le Pen mit 26 Prozent und der parteilose Mitte-Kandidat Emmanuel Macron mit 25 Prozent. In der zweiten Wahlrunde würde Macron Le Pen mit 60 Prozent gegen 40 Prozent klar besiegen.

AFP