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Filmproduzent Weinstein wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung unter Druck

Der einflussreiche Hollywood-Produzent Harvey Weinstein steht wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung massiv unter Druck.

Filmmogul Harvey Weinstein

Filmmogul Harvey Weinstein

Der einflussreiche Hollywood-Produzent steht wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung massiv unter Druck. Weinstein entschuldigte sich am Donnerstag in einer Erklärung für sein "Benehmen gegenüber Kolleginnen in der Vergangenheit", das zu "viel Leid" geführt habe. Er wolle nun eine Auszeit nehmen, um seine "Dämonen" in den Griff zu bekommen.

Die "New York Times" hatte am Donnerstag enthüllt, dass es von mehreren Frauen den Vorwurf der sexuellen gegen Weinstein gibt. Die Vorfälle reichen demnach fast drei Jahrzehnte zurück. Mit mindestens acht Frauen habe er sich außergerichtlich geeinigt.

Die Schauspielerin berichtete der Zeitung zufolge, dass der Filmmogul sie vor zwanzig Jahren für ein Arbeitsfrühstück in sein Hotelzimmer gebeten habe, wo er sie aber im Bademantel empfangen habe. Weinstein habe sie dann gefragt, ob sie ihm eine Massage geben oder ob sie ihm beim Duschen zusehen könnte.

Der 65-jährige Weinstein hob in seiner Erklärung an die " " hervor, dass er in den 1960er und 1970er Jahren aufgewachsen sei, in denen die Verhaltensregeln und das Arbeitsumfeld anders gewesen seien. "Das war die Kultur damals." Auch wenn er versuche, sich zu bessern, wisse er, dass dies ein langer Weg sei. Er wolle daher nun eine Auszeit nehmen und sich "in erster Linie um dieses Problem kümmern". Er habe bereits Therapeuten.

Anwältin Lisa Bloom teilte in einer Erklärung mit, ihr Mandant Weinstein streite "viele der Vorwürfe" ab. "Er hat Fehler zugegeben, die er gemacht hat", schrieb sie. "Er liest Bücher und geht zur Therapie. Er ist ein alter Dinosaurier, der neue Wege lernt." Ein anderer Anwalt von Weinstein, Charles Harder, drohte der "New York Times" mit einer Klage. Ihr Bericht sei "voller falscher und diffamierender Feststellungen".

Andere brachten ihre Unterstützung für die mutmaßlichen Opfer zum Ausdruck. Die Schauspielerin und Feministin Lena Dunham schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, es sei "mutig", zu den Belästigungen durch Weinstein auszusagen. Die Frauen hätten Achtung verdient. Schauspielerin Rose McGowan, die von der "New York Times" als eines der Opfer von Weinstein genannt wurde, schrieb sarkastisch auf Twitter, sie würde zu dem Fall gerne "die Filmrechte kaufen".

Gemeinsam mit seinem Bruder Bob ist Weinstein für zahlreiche -Erfolge verantwortlich. 2010 produzierten sie das mit einem Oscar ausgezeichnete Drama "The King's Speech". Beide hatten auch das US-Filmstudio Miramax gegründet, das sie später verkauften und das Erfolgsfilme wie "Pulp Fiction", "Der englische Patient" oder "No Country for Old Man" produzierte. Die mutmaßlichen Opfer von Weinstein waren laut "New York Times" überwiegend junge Frauen, die auf eine Karriere in der Filmindustrie hofften.

AFP