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Forderungen nach Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen für Kinder

Habeck fordert mehr Klarheit zu Kinderbetreuung
Habeck fordert mehr Klarheit zu Kinderbetreuung
© © 2020 AFP
In der Corona-Pandemie mehren sich Forderungen nach Erleichterungen für Kinder von den geltenden Einschränkungen.

In der Corona-Pandemie mehren sich Forderungen nach Erleichterungen für Kinder von den geltenden Einschränkungen. "Wir haben schönstes Wetter, die Kinder brauchen Bewegung", sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Mittwoch den Sendern RTL und n-tv. Sie forderte daher, die Sperrung von Spielplätzen wieder aufzuheben. Ähnlich äußerte sich auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Gerade in der Großstadt hätten Kinder sehr wenig Bewegungsmöglichkeiten. Daher finde sie "eine kategorische Schließung von Spielplätzen nicht mehr richtig", sagte Giffey. Allerdings müsse es weiter Schutzmaßnahmen geben. So könnte beispielsweise nur eine bestimmte Zahl von Kindern eingelassen werden. Eine Einlassbeschränkung sei im Baumarkt möglich, "wieso nicht auf Spielplätzen?", frage die Ministerin. "Spielplatzkümmerer" sollten darauf achten, dass dies eingehalten werde.

Giffey wies darauf hin, dass Kinder derzeit unter sehr starken Einschränkungen leben müssten: "Sie dürfen ihre Freunde nicht sehen, nicht auf den Spielplatz, nicht in die Kita, nicht zu Oma und Opa." Man müsse daher zwischen Kindeswohl auf der einen Seite und Gesundheitsschutz auf der anderen Seite abwägen. "Kinderschutz ist auch Gesundheitsschutz", sagte die Familienministerin.

Sie sprach sich auch dafür aus, die Kita-Notbetreuung auf Kinder auszuweiten, die von Vernachlässigung und Gewalt bedroht seien. In eine geänderte Regelung müssten "nicht nur systemrelevante Berufe mit reinkommen, sondern auch Kinder, deren Kindeswohl gefährdet ist, bei denen das Jugendamt empfiehlt, zusätzlich zu unterstützen", verlangte Giffey.

Laschet sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Mittwoch, Bund und Länder sollten weitere Lockerungen der Einschränkungen des öffentlichen Lebens erwägen. "Wenn die Jugendlichen jetzt alle in Shoppingmalls gehen oder sich in Parks treffen, statt auf den Sportplatz zu gehen, ist das ja auch nicht Sinn der Sache", gab er zu bedenken. Weitere Öffnungen sollten daher Kitas, Spielplätze und Schulen betreffen.

Laschet kritisierte, dass die Lebenswirklichkeit vieler Kinder durch die Corona-Politik aus dem Blick geraten sei. "Was hätte das für Konsequenzen, wenn bis zu den Sommerferien die Kitas geschlossen wären? Diese Dimensionen, die jahrelang zu Recht extrem hochgehalten wurden, sind völlig verdrängt", kritisierte der CDU-Politiker. Für viele Kinder gebe es außerdem keine Möglichkeit, zu Hause zu lernen.

Die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag forderte die Bundesregierung und die Landesregierungen auf, die Sportvereine in Deutschland wieder zu öffnen. Selbstverständlich müssten dabei die Kontakt- und Abstandsregeln eingehalten werden, erklärte der AfD-Sportpolitiker Jörn König.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 30. April erneut über die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beraten. Dabei soll auch bewertet werden, wie sich die vergangene Woche beschlossenen Lockerungen auswirken. Laschet wies allerdings darauf hin, dass es für Erkenntnisse darüber Ende April noch zu früh sein könnte, da die meisten Lockerungen erst Montag dieser Woche in Kraft getreten sind.

AFP

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