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Französische "Gelbwesten" demonstrieren am siebten Wochenende in Folge

Die französischen "Gelbwesten" sind am Samstag aus Protest gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron erneut auf die Straße gegangen.

Erste "Gelbwesten" auf den Pariser Champs Élysées

Erste "Gelbwesten" auf den Pariser Champs Élysées

Die französischen "Gelbwesten" sind am Samstag aus Protest gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron erneut auf die Straße gegangen. Blockaden, Kundgebungen und andere Aktionen waren unter anderem in Paris, Lyon, Nantes, Toulouse, Bordeaux und Marseille vorgesehen. Die Beteiligung an den Protesten war zunächst allerdings gering.

In Marseille versammelten sich am Vormittag rund tausend "Gelbwesten" am Triumphbogen der südfranzösischen Stadt. Priscilla Ludosky, eine der Wortführerinnen der Bewegung, erklärte: "Wir wollen unsere Kaufkraft zurück, und wir wollen bei Entscheidungen ein Wort mitzureden haben." Das zeitweilige Abflauen der Bewegung schrieb sie den Feiertagen zu. Im kommenden Jahr werde die Protestbewegung wieder anwachsen, erklärte Ludosky.

Es ist das siebte Wochenende in Folge, an dem die keiner Partei oder Gewerkschaft folgenden Bürger gegen Steueranhebungen und hohe Lebenshaltungskosten demonstrieren. Die bisherigen Zugeständnisse der Regierung reichen ihnen nicht.

In Paris und anderen Städten wurden die Sammelpunkte der Demonstranten zunächst nicht bekannt gegeben, um den Ordnungskräften auszuweichen. In Bordeaux, wo es an den vergangenen Wochenenden Ausschreitungen gegeben hatte, blieben Bibliotheken, Museen und öffentliche Parks geschlossen.

Am Silvesterabend wollen die "Gelbwesten" auch erneut auf den Champs-Elysées in Paris demonstrieren. Die Hauptstadt hält trotz dieser Ankündigung und der Gewalt bei früheren Demonstrationen an ihrem traditionellen Fest mit Feuerwerk auf der Prachtmeile fest.

Die "Gelbwesten" fordern auch eine Anhebung der Renten und des Mindestlohns. Zudem wird bei den Protesten immer stärker der Ruf nach einem Rücktritt des Staatschefs laut. Die derzeitige Krise wird als die schwerste von Macrons Amtszeit gewertet.

Der Präsident ist zudem mit einer neuen "Affäre Benalla" konfrontiert. Macrons Sicherheitsbeauftragter Alexandre Benalla hatte im Juli wegen seiner Prügelattacke auf Demonstranten in Paris am 1. Mai seinen Posten verloren.

Französischen Medien zufolge begab er sich aber auch nach seiner Entlassung mit einem Diplomatenausweis zu Geschäftsreisen ins Ausland und traf dort eigenmächtig Staatschefs und ranghohe Regierungsvertreter, etwa im Tschad.

AFP
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