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Fridays for Future startet bundesweiten digitalen Netzstreik für Klimaschutz

Frühere Klimademo am Kanzleramt in Berlin
Frühere Klimademo am Kanzleramt in Berlin
© © 2020 AFP
Zum Start eines bundesweiten digitalen Netzstreiks für mehr Klimaschutz hat der Fridays-for-Future-Aktivist Nick Heuberg eine Vergabe staatlicher Corona-Hilfen an Konzerne nach ökologischen Maßstäben

Zum Start eines bundesweiten digitalen Netzstreiks für mehr Klimaschutz hat der Fridays-for-Future-Aktivist Nick Heuberg eine Vergabe staatlicher Corona-Hilfen an Konzerne nach ökologischen Maßstäben gefordert. "Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass die Steuermilliarden, die ausgeschüttet werden, langfristig nicht mehr schaden, als dass sie kurzfristig nutzen", sagte er am Freitag im Bayerischen Rundfunk. Das Geld solle der Gesellschaft dienen.

Wegen Infektionsgefahren und Kontaktverboten in der Corona-Krise organisieren die vor allem von jungen Menschen getragene deutsche Klimaschutzbewegung Fridays for Future und Partnerorganisationen auf der ganzen Welt am Freitag einen virtuellen Klimastreik. Es soll einen offiziellen Livestream geben. Teilnehmer sind außerdem dazu aufgerufen, Plakate in ihrem Umfeld zu platzieren und Bilder davon hochzuladen. Fridays for Future zeigt dann diese Eindrücke.

Zu den ersten im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichten Beiträgen zählte eine Protestaktion, bei der am Freitagmorgen zahlreiche handgemalte Protestplakate auf der großen Wiese vor dem Reichstag in Berlin ausgebreitet waren. Wie auf einem von der führenden Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer geteilten Bild zu sehen war, standen darauf Slogans wie "Act Now" (Handelt jetzt). In Köln hängten Fridays-for-Future-Aktivisten derweil Transparente an Brücken. Darauf forderten sie eine Verkehrswende.

Insgesamt kündigten im Vorfeld bundesweit bereits viele tausend Unterstützer über die Internetseite von Fridays for Future ihre Teilnahme an dem digitalen Protesten an. Zentrale Forderung der Bewegung ist es, trotz des von ihnen unterstützten Kampfs gegen die weltweite Corona-Pandemie die Klimakrise nicht zu vergessen und mit derselben Entschlossenheit auch gegen diese vorzugehen. "2020 muss das Jahr werden, in dem wir zwei Krisen gleichzeitig bewältigen", fasste Neubauer auf Twitter diese Botschaft zusammen.

Auch die Umweltschutzbewegung Greenpeace beteiligte sich an dem digitalen Netzstreik. Einer ihrer Aktivisten projizierte am Morgen vor dem Reichstag großformatige "schwebende Bilder" von früheren Klimademonstrationen in die Luft. Die Corona-Pandemie sei derzeit "das vordringlichste Problem", erklärte Greenpeace dazu am Freitag in Hamburg. Doch zugleich müsse mit der Klimakrise "eine weitere Menschheitsaufgabe" gelöst werden. Die Bundesregierung müsse diese ebenso strikt angehen, auch mit "unbequemen Maßnahmen".

AFP

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