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Ganz Griechenland ein "Pulverfass"

Brennende Häuser in Afidnes
Brennende Häuser in Afidnes
© © 2021 AFP
Brennende Häuser und Firmen, Evakuierungen, zerstörte Ernten: Die Waldbrände in Griechenland und der Türkei richten weiter verheerende Verwüstungen an.

Brennende Häuser und Firmen, Evakuierungen, zerstörte Ernten: Die Waldbrände in Griechenland und der Türkei richten weiter verheerende Verwüstungen an. Besonders kritisch war die Situation am Freitag nördlich von Athen, dort fielen immer mehr Häuser den Flammen zum Opfer. Ein Mann starb durch einen umstürzenden Strommast, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis schwor die Menschen auf schwierige Zeiten ein: Hitze und Dürre hätten "das ganze Land in ein Pulverfass verwandelt", sagte er am Donnerstag im Fernsehen.

Nach Angaben des stellvertretenden Zivilschutzministers Nikos Hardalias waren 57 der insgesamt 99 Brände weiter aktiv. Auf der rund 200 Kilometer östlich von Athen gelegenen Insel Euböa und der Halbinsel Peloponnes waren sie demnach teilweise weiter außer Kontrolle.

Vor den Toren Athens kämpften hunderte Feuerwehrleute mit Unterstützung aus Frankreich, Schweden, Rumänien, Zypern und der Schweiz gegen einen verheerenden Großbrand. Ein 38-jähriger Bewohner der Stadt Ippokrateio nördlich von Athen starb laut Gesundheitsministerium im Krankenhaus, nachdem er von einem umstürzenden Strommast getroffen worden sei. Mehrere Menschen mussten mit leichten Verbrennungen und Rauchvergiftungen ins Krankenhaus, fünf Ortschaften mussten evakuiert werden.

Neben dem zur Gemeinde Oropos gehörenden Ort Afidnes erreichten die Flammen gegen Mittag auch die ersten Häuser der nahegelegenen Siedlung Krioneri. Ein Teil der Autobahn, die den Norden des Landes mit dem Süden verbindet, wurde vorsorglich gesperrt. Rund 2000 Menschen aus dem nahegelegenen Flüchtlingslager Ritsona wurden in Sicherheit gebracht.

Durch Athen zog am Freitag erneut ein beißender Geruch von Rauch. Die Wetterstation in der griechischen Hauptstadt warnte vor der schlechten Luftqualität. Dennoch trotzten einige Touristen der schlechten Luft, um im Morgengrauen mit bedecktem Gesicht die Akropolis zu besteigen, bevor diese während der größten Hitze geschlossen wurde.

In der Türkei setzte die Feuerwehr am zehnten Tag in Folge ihre Kämpfe gegen die Brände in fünf Provinzen fort. Betroffen waren erneut die Touristengebiete von Antalya und Mugla; der türkische Fernsehsender NTV berichtete von weiteren Evakuierungen. Die Behörden zählten 208 Brände seit Ende Juli, von denen zwölf am Freitag noch aktiv waren. Dabei kamen bisher mindestens acht Menschen ums Leben.

Mit Temperaturen zwischen 40 und 45 Grad Celsius erleben Griechenland und die Türkei eine außergewöhnliche Hitzewelle. Der griechische Zivilschutz warnte Einwohner und Urlauber im ganzen Land per SMS vor der "extremen Brandgefahr in den kommenden Tagen". "Wenn einige Leute noch immer fragen, ob der Klimawandel Wirklichkeit ist, sollen sie hierherkommen", hatte Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Donnerstag bei einem Besuch der Brandgebiete betont.

AFP

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