VG-Wort Pixel

Gas-Notfallplan der EU in Kraft getreten

Temperaturregler an der Heizung
Temperaturregler an der Heizung
© AFP
Der Gas-Notfallplan der EU ist seit Dienstag in Kraft. Die Verordnung sieht freiwillige Erdgas-Einsparungen im Winter in Höhe von 15 Prozent pro Land vor. Die gemeinsame Zielvorgabe bedeute, dass Deutschland "nicht alleine dasteht", sagte der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, im ZDF-"Morgenmagazin". In Deutschland trat gleichzeitig die Verordnung über die zeitlich befristete Gasumlage in Kraft. 

Laut Gas-Notfallplan der EU müssen die Mitgliedsländer ab Anfang August bis März kommenden Jahres 15 Prozent Gas einsparen - verglichen mit dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre dieser Periode. Wie die 27 EU-Länder ihre Nachfrage senken, bleibt ihnen überlassen. In der Verordnung sind zahlreiche Ausnahmen für Staaten sowie "kritische Wirtschaftszweige" wie etwa die Lebensmittelindustrie vorgesehen. Ob das geplante Einsparziel von insgesamt 45 Milliarden Kubikmeter Gas so erreicht werden kann, ist aber unklar.

Deutschland muss angesichts der Ausnahmen voraussichtlich deutlich mehr Gas sparen als andere Länder, um bei einem möglichen russischen Gaslieferstopp massive Probleme für die Industrie oder sogar eine Rezession zu verhindern. Das deutsche Einsparziel lautet 20 Prozent. 

Derzeit betragen die Einsparungen hierzulande rund 14 Prozent. Müller räumte im ZDF ein, dass dabei "dieser sehr, sehr warme Sommer uns geholfen hat". Bei den 14 Prozent handele es sich um "temperatur-unbereinigte Einsparungen". Deutschland müsse sich also noch deutlich mehr anstrengen.

Laut der Verordnung zur Gasumlage können Gas-Importeure ab dem 1. Oktober 90 Prozent ihrer hohen Zusatzkosten weiterreichen. Die Umlage ist befristet und endet am 1. April 2024. Die Höhe der Umlage soll kommenden Montag bekanntgegeben werden. Privathaushalte müssen - zusätzlich zum gestiegenen Preis für Gas - mit Mehrkosten von mehreren hundert Euro rechnen. Auch Unternehmen müssen die Umlage zahlen, wenn sie Gas nutzen.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) forderte wegen der steigenden Energiekosten gezielte Unterstützung der Haushalte, so dass der Konsum nicht komplett einbricht. Mittelständische Unternehmen müsse der Staat mit einer Absenkung der Stromsteuer oder mit einem Gaspreisdeckel helfen, verlangte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth im Deutschlandfunk. 

AFP

Mehr zum Thema


Das könnte sie auch interessieren



Newsticker