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Gespräch von Umweltschützern und RWE-Chef Schmitz zu Hambacher Forst ergebnislos

Im Streit um die Abholzungspläne im Hambacher Forst haben sich Vertreter mehrerer Umweltverbände mit dem Chef des Energiekonzerns RWE getroffen.

Tagebau Hambach schiebt sich an den Hambacher Forst

Tagebau Hambach schiebt sich an den Hambacher Forst

Im Streit um die Abholzungspläne im Hambacher Forst haben sich Vertreter mehrerer Umweltverbände mit dem Chef des Energiekonzerns RWE getroffen. Das Gespräch am Montag blieb aber ohne Ergebnis, teilten die Teilnehmer am Dienstag mit. RWE bot zwar eine Verschiebung der Rodungen bis Mitte Dezember an, forderte aber von den Umweltverbänden im Gegenzug, diesen Rodungsbeginn zu akzeptieren. Das lehnten die Umweltverbände ab.

Der Hambacher Forst ist zum Symbol für den Kampf von Umweltschützern gegen die Kohleverstromung geworden. RWE will dort ab Mitte Oktober 100 Hektar Wald roden, um einen Braunkohletagebau zu vergrößern - dies sei "kurzfristig zwingend erforderlich", um die Kohleförderung aus dem Tagebau Hambach sicherzustellen, argumentiert der Konzern. Bei diesem Datum bleibe es nun auch, teilte RWE am Dienstag mit.

Umweltschützer kritisieren die Rodungen heftig. Viele protestieren vor Ort gegen die Abholzpläne. Dabei kommt es immer wieder auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Um den Streit zu entschärfen, trafen sich Vertreter von Greenpeace, BUND und Deutschem Naturschutzring (DNR) mit RWE-Chef Rolf Martin Schmitz. Die drei Organisationen sind auch in der Kohlekommission vertreten, die bis zum Jahresende einen sozialverträglichen Plan zum Ausstieg aus der Kohleverstromung vorlegen soll.

Sie forderten, die Rodungen auszusetzen, bis die derzeit tagende Kohlekommission ihre Arbeit abgeschlossen hat. Das habe das Unternehmen abgelehnt, erklärten die Umweltverbände. Der Konzern beharre außerdem darauf, dass der Wald in jedem Falle gerodet werden müsse.

RWE bot nach eigenen Angaben an, die Rodung auf Mitte Dezember zu verschieben. Dies sei "der theoretisch spätestmögliche Termin, um noch einen zeitgerechten Abschluss der Arbeiten bis Ende Februar 2019 entsprechend den Natur- und Artenschutzbestimmungen zu ermöglichen".

RWE ignoriere die Gefahren der sich zuspitzenden Auseinandersetzung um den Hambacher Wald und die Erweiterung des Tagebaus, kritisierte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser. "RWE-Chef Schmitz könnte diesen gesellschaftlichen Konflikt entschärfen, indem er die Kettensägen schweigen lässt, bis die Kohlekommission ihre Arbeit zum sozialverträglichen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle abgeschlossen hat."

RWE-Chef Schmitz betonte am Dienstag, dem Unternehmen "war das Gespräch wichtig". RWE und die Umweltverbände seien sich einig in der "strikten Ablehnung von Gewalt".

ilo7JPF

AFP

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