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Giffey appelliert im Kampf gegen Antisemitismus an Zivilgesellschaft

Angesichts einer Al-Kuds-Kundgebung am Samstag in Berlin hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mehr zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus in Deutschland gefordert.

Gegendemonstranten am Samstag in Berlin

Gegendemonstranten am Samstag in Berlin

Angesichts einer Al-Kuds-Kundgebung am Samstag in Berlin hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mehr zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus in Deutschland gefordert. "Für Antisemitismus, Ausgrenzung und Hetze gegen Jüdinnen und Juden darf es keinen Platz geben", sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel" vom Samstag. Bei der Kundgebung am Samstagnachmittag versammelten sich in der Hauptstadt einige hundert Menschen.

"Wir alle müssen antisemitischer Diskriminierung entgegentreten, laut werden gegen Antisemitismus und Jüdinnen und Juden zeigen: Wir sind da für euch, wir unterstützen euch", forderte Giffey. Vorfälle der vergangenen Wochen, Monate und Jahre hätten gezeigt, dass Antisemitismus "ein ernstes Problem unserer Gesellschaft ist, das wir nicht akzeptieren dürfen", fügte die frühere Bürgermeisterin des Berliner Bezirks Neukölln hinzu.

Der internationale Al-Kuds-Tag war Ende der 70er Jahre vom iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ins Leben gerufen worden, um gegen die israelische Besatzung der Palästinensergebiete zu protestieren. Al Kuds ist der arabische Begriff für die Stadt Jerusalem.

Der Kampf gegen Antisemitismus ließe sich nur gewinnen, wenn die Zivilgesellschaft vor Ort gestärkt werde, sagte Giffey. "Nur wenn wir uns gemeinsam und auf allen Ebenen - in der Familie, vor Ort im Kiez, in Politik, Kultur und Wirtschaft - immer wieder gegen Antisemitismus in allen seinen Erscheinungsformen einsetzen, werden wir ihm dauerhaft Einhalt gebieten können."

Zuvor hatte Berlins Antisemitismusbeauftragter Lorenz Korgel dazu aufgerufen, am Samstagnachmittag an Gegendemonstrationen gegen den Al-Kuds-Marsch in der Hauptstadt teilzunehmen. Antisemitische Botschaften und Hass auf Israel seien in den vergangenen Jahren immer wieder Bestandteil des Marsches gewesen.

Offiziell fand die Kundgebung unter dem Motto "Für einen gerechten Frieden in Palästina" statt. Laut Polizeiangaben hatten die Veranstalter im Vorfeld mit 2000 Teilnehmern gerechnet. Nach Angaben eines AFP-Reporters versammelten sich am Samstagnachmittag einige hundert Menschen. Ein breites Bündnis unter anderem aus Gewerkschaften und der Jüdischen Gemeinde Berlin hatte zu einer Gegenkundgebung aufgerufen, zu der ebenfalls hunderte Menschen zusammenkamen. Im vergangenen Jahr hatten am Al-Kuds-Marsch mehr als tausend Menschen teilgenommen.

AFP