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Große Anteilnahme an Trauerfeier für getötete nordirische Journalistin

Unter großer Anteilnahme ist am Mittwoch eine Trauerfeier für die getötete nordirische Journalistin Lyra McKee in Belfast abgehalten worden.

Leo Varadkar, Theresa May und Michael D. Higgins

Leo Varadkar, Theresa May und Michael D. Higgins

Unter großer Anteilnahme ist am Mittwoch eine Trauerfeier für die getötete nordirische Journalistin Lyra McKee in Belfast abgehalten worden. Neben der britischen Premierministerin Theresa May und ihrem irischen Kollegen Leo Varadkar nahmen auch Vertreter der sechs größten Parteien Nordirlands an der Begräbnisfeier in der Kathedrale St. Anne's teil. Auch der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn reiste nach Belfast.

In einer ergreifenden Trauerrede vor 800 Gottesdienstbesuchern rief Pfarrer Martin Magill die politischen Parteien auf, zusammenzurücken. "Im Tod hat Lyra Menschen mit vielen verschiedenen Hintergründen vereint." Er bete dafür, dass der Mord an der 29-Jährigen "der nötige Katalysator für die politischen Parteien ist, Gespräche aufzunehmen" und "einen Neuanfang zu wagen".

McKees Schwester Nichola Corner rief dazu auf, ihr Vermächtnis fortzuführen: "Wir haben die Kraft, die Gesellschaft, die Lyra sich immer vorgestellt hat, zu erschaffen." McKee hatte viel über den Nordirland-Konflikt und seine Folgen geschrieben. Zudem setzte sie sich für die Belange der LGBT-Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) ein.

Ihre Familie beschrieb die junge Journalistin in einer Stellungnahme als "kluge, willensstarke Frau", die an Gerechtigkeit und Wahrheit geglaubt habe. "Sie war die beste Zuhörerin, jemand, der immer Zeit für jeden hatte."

In einem Trauerzug war McKees Sarg vom Haus ihrer Familie im Norden Belfasts zur St. Anne's Kathedrale gefahren worden. Vor der Kirche trauerten zahlreiche Menschen mit Regenbogenflaggen und Harry-Potter-Schals und applaudierten, als der Sarg ins Innere getragen wurde.

McKees Freundin, die Autorin Sara Canning, hatte darum gebeten, T-Shirts mit Motiven aus der Fantasiewelt von Harry Potter oder dem Marvel-Comic-Universum zu tragen. "Ich weiß, das hätte ihr gefallen." Im Tagesverlauf sollte McKee im privaten Kreis beigesetzt werden.

Die 29-Jährige war am Donnerstagabend bei schweren Ausschreitungen im nordirischen Derry in die Schusslinie geraten und hatte einen tödlichen Kopfschuss erlitten. Die New IRA bekannte sich zu dem tödlichen Schuss und bat die Angehörigen "aufrichtig um Entschuldigung". Der gewaltsame Tod der jungen Frau weckte Erinnerungen an die düstersten Zeiten des Nordirland-Konflikts, in dem rund 3500 Menschen getötet wurden.

AFP