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Hauptanhörung im Auslieferungsverfahren gegen Julian Assange in London begonnen

In London hat die Hauptanhörung im Auslieferungsverfahren gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange begonnen.

Protest gegen Assanges Auslieferung

Protest gegen Assanges Auslieferung

In London hat die Hauptanhörung im Auslieferungsverfahren gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange begonnen. Der 48-Jährige wurde am Montag von zwei Sicherheitsleuten in das Staatsgericht von Woolwich gebracht. Vor dem Gerichtsgebäude protestierten Demonstranten gegen eine Auslieferung des Australiers in die USA. Dort ist Assange wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstößen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt; im Falle einer Verurteilung drohen ihm 175 Jahre Haft.

Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude hielten Banner mit der Aufschrift "Free Assange" (Lasst Assange frei) in die Höhe. Assanges Vater John Shipton prangerte vor Beginn der Anhörung eine "Unterdrückung des Journalismus" an, die sich in der Strafverfolgung gegen seinen Sohn manifestiere. Journalisten drohe dasselbe Schicksal, "sollte diese politische Auslieferung von Julian Assange erfolgreich sein" warnte Shipton.

An dem Protest gegen die Auslieferung Assanges in die USA beteiligten sich zahlreiche Menschen, darunter auch einige Anhänger der französischen Gelbwesten-Bewegung sowie die Modedesignerin Vivienne Westwood.

Auch Journalistenverbände riefen zur Unterstützung Assanges auf. "Um der Pressefreiheit willen muss Julian Assange verteidigt werden", hatte das Komitee zum Schutz von Journalisten im Dezember erklärt. Auch der Europarat hat sich gegen eine Auslieferung Assanges ausgesprochen.

Der Wikileaks-Gründer sitzt seit April 2019 in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis. Zuvor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London verschanzt, um einer Auslieferung in die USA zu entgehen. Die Gerichtsentscheidung in dem Auslieferungsverfahren gegen Assange wird Mitte Mai erwartet.

Wikileaks hatte 2010 hunderttausende geheime Papiere vor allem zum Irak-Krieg ins Internet gestellt. Sie enthielten hochbrisante Informationen über die US-Einsätze in dem Land, unter anderem über die Tötung von Zivilisten und die Misshandlung von Gefangenen.

AFP