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Heftige Kämpfe bei "Entscheidungsschlacht" gegen IS-Miliz in Syrien

Ein von den USA unterstütztes kurdisch-arabisches Bündnis ist bei seiner Offensive auf die letzte Bastion der Dschihadistenmiliz IS in Syrien auf erbitterten Widerstand gestoßen.

Französischer Soldat an der irakisch-syrischen Grenze

Französischer Soldat an der irakisch-syrischen Grenze

Ein von den USA unterstütztes kurdisch-arabisches Bündnis ist bei seiner Offensive auf die letzte Bastion der Dschihadistenmiliz IS in Syrien auf erbitterten Widerstand gestoßen. "Es gibt derzeit heftige Kämpfe", sagte der Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Mustafa Bali, der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Tags zuvor zuvor hatten die SDF den Angriff auf das IS-Rückzugsgebiet in Ost-Syrien gestartet. Sie sprachen von der "Entscheidungsschlacht" gegen die Miliz.

Vom früheren "Kalifat" des Islamischen Staats (IS) im Osten Syriens ist nur noch eine kleine Bastion um das Dorf Baghus übrig geblieben. Dort halten die IS-Kämpfer ein etwa vier Quadratkilometer großes Gebiet, das bis an die Grenze zum Irak reicht. Frühere Versuche der SDF zur Rückeroberung waren gescheitert.

Bei der am Samstag gestarteten Offensive handele sich um die "entscheidende Schlacht, um zu eliminieren, was von den Terroristen übrig ist", führte Bali im Kurzbotschaftendienst Twitter aus. Bei den verbliebenen IS-Kämpfern handele es sich vornehmlich um Ausländer. Bei der neuen Offensive wurden die Stellungen des IS aus der Luft und mit Artillerie angegriffen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Zuletzt war der Vormarsch der SDF-Kämpfer auf Baghus gestoppt worden, weil der IS nach Angaben des kurdisch-arabischen Kampfbündnisses Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchte. In den vergangenen zehn Tagen seien aber mehr als 20.000 Zivilisten in Sicherheit gebracht worden, heißt es auf der SDF-Website.

Aus dem IS-Gebiet geflohene Menschen sagten AFP, dort hielten sich noch "zwischen 500 und 600 Terroristen" auf. SDF-Sprecher Bali bestätigte die Angaben und ergänzte, auch hunderte Zivilisten seien noch vor Ort. Der IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi befinde sich allerdings wahrscheinlich nicht in dem Gebiet. "Wir glauben nicht, dass er in Syrien ist", sagte Bali.

Französische Bündnistruppen standen am Sonntag auf der irakischen Seite der Grenze bereit, um eventuell flüchtende IS-Kämpfer abzufangen. Der Vize-Kommandeur der Militärkoalition, Christopher Ghika, erklärte, die Grenze zum Irak sei versiegelt.

"Die Schlacht dauert an", bestätigte der Leiter der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Am Morgen habe es heftige Kämpfe gegeben, Landminen seien explodiert.

Der IS hatte 2014 weite Teile Syriens und des Irak unter seine Kontrolle gebracht, al-Bagdadi rief ein "Kalifat" aus. Die SDF-Kämpfer begannen ihre Offensive gegen das letzte Rückzugsgebiet des IS in Syrien im September und nahmen seitdem einen Ort nach dem anderen ein. Die internationale Anti-IS-Koalition unter Führung der USA unterstützt das Bündnis mit Luftangriffen.

AFP