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Hintergrund: Experten: Militär in Venezuela ist gespalten

Davos - Venezolanische Experten sehen die Lage in dem südamerikanischen Land nach der Selbernennung des Parlamentschefs Juan Guaidó zum Interimspräsidenten auf der Kippe.

Präsident Maduro

Noch genießt der venezolanische Präsident Nicolas Maduro den Rückhalt großer Teile des Militärs. Foto: Fernando Llano/AP

Venezolanische Experten sehen die Lage in dem südamerikanischen Land nach der Selbernennung des Parlamentschefs Juan Guaidó zum Interimspräsidenten auf der Kippe.

«Sicher ist: Das Militär im Land ist gespalten», sagte der ehemalige Handels- und Industrieminister Moisés Naím am Donnerstag auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Ein Teil der Streitkräfte sei «sehr, sehr unglücklich» mit der Lage im Land. «Allerdings steht das Militär unter straffer Kontrolle», ergänzte er. Ein wichtiger Faktor im Land sei der Einfluss Kubas. Venezuela drohe zum Spielball geopolitischer Konflikte zu werden.

«Wir müssen vorsichtig sein, Erwartungen zu schüren», sagte Naím. Es komme eine harte Zeit auf Venezuela zu, niemand wisse, was genau im Militär vor sich gehe. Guaidó und seine Frau hätten per Videobotschaft an Soldaten erklärt, dass sich der Schritt des Parlamentschefs nicht gegen sie richte und sie unter der Situation nicht leiden sollten.

Guaidó hatte dem sozialistischen Regierungschef Nicolás Maduro die Legitimation abgesprochen und sich selbst für eine Übergangszeit zum Staatschef erklärt. Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise und kann wegen Devisenmangels selbst Lebensmittel und Medikamente kaum noch importieren.

Die venezolanische Ökonomin Gabriela Saade sah einen klaren Unterschied zu früheren Protesten im Land. Diesmal stünden viele Länder, die Opposition und die Bevölkerung zusammen gegen Maduro.

Der Außenminister Ecuadors, José Valencia, wandte sich gegen eine von den USA ins Spiel gebrachte Militärintervention. «Wir glauben, dass ein militärisches Eingreifen größtenteils negative Auswirkungen haben würde», sagte er.

dpa

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